Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (15.8.1860) 2. Hälfte
- Date
- 1860-08-15
- Page
- Seite 409 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 409 — Noch ein Wort über den Religionsunterricht. Von Di׳. Wolf, ReligioriSlehrer in Wie«? Ich bin H. Szanto eben so zn Danke verpflichtet für das Lob, das er so freundlich ist mir zu ertheilen (B. CH. VII.) wie für den Tadel. Wir haben beide die Sache im Auge, und um diese zu fördern, muß man sonstige Rücksichten bei Seite lassen. Im Interesse der Sache, werden auch Sie, hochgeehrter H. Redakteur, folgenden Zeilen Raum geben. Ich werde mich darauf beschränken, den Angriffen, die gegen das Programm der ReligionSschule für die Volksschulklaffen gerichtet sind, zu begegnen. Vor Allem sei es mir gestattet zu bemerken, דבריו סותרים. H. Sz. wiederspricht sich wiederholentlich, S. 339 heißt es: WaS oft nicht recht von der Jugend begriffen wird, das pflegt zumeist am mächtigsten zu ergreifen; und S. 350: ״Das wäre wahrlich eine arge Mißdeutung, wenn man den Satz, Religion sei nicht Sache des Verstandes, sich so auslegte, als bedürfe sie nicht des Verständnisses." S. 344: ״Eine Auswahl aus der Liturgie muß zn Grunde gelegt werden" und S. 350: ״WaS soll diese Siddurlektüre." S. 341 stellt H. S. auf, was der Religionsunterricht in den Volksschulen zu leisten hätte, (Bedtngungen, die das Programm nicht erfüllt) und S. 351 erinnert H. S. anRechabeam. H. S. scheint sogar gänzlich daran vergessen zu haben, daß er selbst vor kurzer Zeit in seinem Institute für die Volksschulklassen eine Art Thalmud Thora einkichten wollte, wo die Kinder mehr hebräisch lernen sollten, als das Programm fordert. Doch lassen wir diese Widersprüche und gehen wir zur Sache über. Beim Entwürfe des Programmes für die Schüler der Volksschulklassen waren folgende Grundsätze maßgebend. Diese Schüler sollen, ״ehe noch die Flnth von den Lehrfächern daher strömt," den größten Theil des Pentateuchs in der Ursprache erlernen, damit ein gehöriger Unterbau gelegt sei. Da ferner unsere Liturgie hebräisch ist und die Schüler das Verständniß deS Gottesdienste-S haben sollen, damit das Gebet nicht Lippenwerk sei, wurden auch die wichtigste!: Gebete in das Programm ausgenommen. Wir stellen es nicht in Abrede, daß der Unterricht ans dem Gebetbuche in pädagogischer Beziehung manche Schwierigkeit bereitet, ntchtsdestoweniger ist die Nothwendigkeit vorhanden, die wichtigsten Gebetstücke zu lehren. Ich war bisher auch noch nie in der Lage, ״einen Ritt durch die Jahrtausende zu machen." Jedes Kind wußte bereits wer David war und was Zion bedeutet. Im I. Sprach- und Lesebnche wird sogar von Hadrian und Raschi erzählt.