Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 398 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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— 39K — zählend, besitzt diese Gemeinde ein schönes Gotteshaus und eine mit allen erforderlichen Requisiten versehene, wahrhaft blühende, dreiklafsige Hauptschule. Da ich mich selbst 9 Jahre hindurch mit Bibel- und Religionsunterricht befaßt habe, und so glücklich war mich der Anerkennung eines Mannheimer, Jellinek, Breuer und der ganzen Wiener Schulkommisston zu erfreuen; da die genannten Unterrichtszweige stets Lieblings-Gegenstand meines Sinnens mW Denkens sind, und das Interesse daran durch die in d. Bl. niedergelegteu Ab- Handlungen von Hecht und Szäntü nur noch erhöht werden mußte: so hatte ich beim Eintritte in die Nysker Schule nichts Eiligeres zu thnn, als mir eine Prüfung aus der Bibel und Religion zu erbitten. Nun war mir der dortige Rabbinatsverweser und Schulleiter, Hr. Rosenberg, als ein denkender, umsichtiger und gesiunungstüchtiger Schulmann bekannt, so daß ich nur treffliche Leistungen erwarten konnte. Und dennoch war ich in nicht geringem Maße überrascht! Lieber Leser, urtheile selbst. Der Lehrer fragt einen Schüler nach dem Inhalte eines von mir gewählten Kapitels aus dem 5. B. M., welches gegenwärtig gelehrt wird. Das Kind antwortet in selvststilisirter, korrekter Sprache. Der Lehrer geht auf die Spezialitäten des fraglichen Kapitels ein, und der Schüler antwortet mit derselben Präzision, dabei Belegstellen aus Bibel, Thalmud, Maimonides in der Ursprache zitirend, und die מ, עשה und לא תעשה herzählend, die in dem K. enthalten sind. Die Schüler besitzen nicht nur den Bibeltert als geistiges Eigenthum, sondern auch die daraus hervorgehenden Lehren und Wahrheiten, die um so tiefer in ihrem Herzen wurzeln, als sie unmittelbar aus dem göttlichen Worte selbst geschöpft sind. Ohne Zweifel wird Hr. Rosenb. sich in d. Bl. selbst über sein Verfahren aussprechen. Ein größeres Zeitmaß dürfte dasselbe für den Bibel- und Religionsunterricht allerdings in Anspruch nehmen. Aber einerseits ist es klar, daß dem Religionsunterrichte, als dem wichtigsten Elemente der jüd. Volksschule, wirklich ein dem Gegenstände entsprechendes Zeitmaß zugewendet werden müsse; andererseits kommt das in Rede stehende Verfahren, wenn es mit methodischer Kunst gehandhabt wird, der Ausbildung des mündlichen und schriftlichen Ausdruckes trefflich zu statten. M. I. Friedmann. Pest, 13. Juli. Dieser Tage ist der Lehrer der hies. isr. Mädchenschule, Hr. Heinrich Reis, der vor drei Jahren von dem h. Unterrichtsministerium an diese Anstalt berufen worden war, von der h. Statthalterei zu Ofen an die Stelle des zum Präparandenlehrer ernannten Musterhauptschuldirektors A. Lederer, zum Klassenlehrer an der hiesigen k. k. isr. Musterhauptschule ernannt worden. Die Berufung des H. Reis aus diesen neuen Posten ist nach dem WMlante des betreffenden Dek etes, ״in Würdigung seiner erwiesenen Lehrtüchtigkeit und seines ununterbrochen bethätigten Fleißes im Schuldienste" erfolgt. S. H. / Wien, 16. Juli. Der Rabbiner Gugenheimer von Stuhlweißenbürg weilt hier, um beim Kultusministerium die Absetzung des Vorstandes seiner Gemeinde durchznsetzen, um dann nach fanatischer Herzenslust wirthschaften