Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 391 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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— 391 — 9) ״Erklärt er, man könne Iozer und Pijutim nicht abstatten." Erklären nnd behaupten läßt sich gar viel, aber ob auch beweisen? Das ist die Frage. Wir find noch nicht dahin gekommen und mit Gottes Hilfe wird es den s. g. Neuorthodoren auch nicht gelingen uns dahin zu bringen , daß der Rabb. als Ursache seiner Behauptung angeben könnte: 0'66t mon pJaisir. Ich werde Ihnen einige Stellen vorsühren, woraus Sie erkennen werden, welche Wichtigkeit und Heiligkeit in den Jozroth und Pijutim liegt. Der , Tnr sprach zu seinen Schülern: ״Wer euch gesagt hat, daß es in meiner Gewatt stünde die Jozeroth und Pijutim abznschaffen, hat euch keine Wahrheit gesagt, vas Volk will fie behalten und ich schweige, damit ste wenigstens nicht wissen sollen, daß fie eine Sünde begehen, aber ich für meine Person sage fie nicht. Ich beginne erst das Gebet, wenn schon der Vorbeter ״Borchu" gesagt und während Iozer gesagt wird, bete ich bis Borchu. — Der Rabbenu Tam hat die Beibehaltung des Iozer vertheidigt, welches aber meinem sel. Vafer, dem Aschri nicht recht war." (S. Tur Orach Chajim Abschn. 68.) Der Schulchan Aruch schreibt: ״Es gibt wohl Orte, wo Pijutim gesagt werden, aber man soll es lieber vermeiden." (Orach Chajim Abschn. 68. §. 1.) —- Rabbi M. Ifferls erklärt: ״Man darf fie Wohl sagen, aber wer fie nicht sagt, verliert nichts." (Das.) Die frömmsten Rabbiner der früheren Zeit, haben in ihrer Be- Hausung ״Haschkomo" gemacht, um nur nicht Iozer sagen zu Müssen. Mein sel. Lehrer Rabbi Mosche Sofer ז״צ״ל hatte in seinem Lehrzimmer eine Privatsynagoge, wo»Tag für Tag .gebetet wurde, und ׳ er selbst hat, mit Ausnahme der Neujahrs- und Versöhnungstage, daselbst dem Gottesdienste ungewohnt und es wurden Jozeroth und Pijutim nicht gesagt. Auch Rabbi Isak Loria hat nicht Pijutim gesagt, als bloß diejenigen, die der Kalir R. Elieser verfaßt hat. (S. das. Magen Abraham.) Es sollte daher jeder Rabbiner froh sein, wenn die Gemeinde in Abschaffung der Jozeroth und Pijutim (mit Ausnahme Roschhaschono und Jom Kipur) willigt, nicht aber der Abstellung opponiren." Zum Schluffe bemerke ich Ihnen, daß ganz so, wie ich Ihnen die 9 Punkte entschieden habe, es in hies. Gemeinde besteht und gehalten wird, aber auch in sehr vielen andern isr. Gemeinden des In- und Auslandes. Es empört mich daher sehr, daß, wie Sie schreiben, Ihr H. Rabb. ״alle die von 1 bis 9 angeführten Einrichtungen für eine Art Aboda sara erklärt;" und ehe ich so viele Gemeinden Israels der Aboda sara beschuldige, Witt ich lieber glauben, daß ein Rabbiner, der sich solcher Äußerungen über solche geringfügige Dinge erlaubt, nicht die genügende Kenntniß im Thalmud und Schulchan Aruch befitze und nicht wisse, was wichtig, was unwichtig, was gegründet, was ungegründet sei. Ich sage ״geringfügige Dinge;" denn selbst der eine Punkt 8, worin ich Ihrem H. Rabb. beistimmte, ist nicht so gar wichtig; denn gar himmelschreiend ist es nicht, wenn auch um 7 Uhr gebetet wird. (S. Orach Etzajim Abschn. 58. §. 6. und Ture Sahab §. 4.) In einer Trauerrede, die ich über den sel. Pester Oberrabbiner Löw Schwab ו־״צ״ל hielt, und welche auch gedruckt erschien, habe ich gesagt :