Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 380 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 880 — dem letzten Orte, wo sie durch sechs Wochen gewohnt haben, vornehmen zu lassen, oder, wenn sie diese Vervielfältigung des Aufgebotes vermeiden wollen, ihren Wohnsitz an dem Orte, wo sie sich befinden, durch sechs Wochen fortzusetzen, und erst nach Ablauf dieser Zeitfrist zur Abschließung ihrer Ehe zu schreiten. Ob das Vornehmen dieses Aufgebotes erst nach diesem Zeitpunkte beginnen könne, darüber sind die Rechtslehrer nicht einig, da es sich aus dem Wortlaute und aus dem Geiste des Gesetzes §. 72. nicht folgern läßt. Diese gesetzliche Verfügung ist bei der jetzigen Freizügigkeit von großer praktischer Bedeutung. Maef .KäftaiOaum unf) seine Stiftungen. L011 3. 3. Hoseiimayer, k. k. Mnsterhallptschullehrer in S.-A.-Ujhely. Im Zempliner Komitate lebte vor wenigen Jahrzehenten der jüdische Gutspächter Rafael Kästen bäum, einer der redlichsten und zugleich sonderbarsten Menschen seiner Zeit. Einer armen polnischen Familie entstammt, wandert« er in seiner frühen Jugend nach Ungarn und verlebte im Zempliner Komitate als Dienstjunge seine Jngendjahre. Durch Fleiß und Ausdauer gelang es ihm bald einen eigenen Herd zu gründe, t und in der Person der jungen, aber nicht sehr liebenswürdigen Tochter des Rabbiners Phrel aus Güns, ein Weib heimzuführen. Da die Ehe kinderlos blieb, so erfolgte schon nach wenigen Iahren die Ehescheidung und die ebenso hübsche, als liebenöwürdige Tochter des Homonaer Rabbinen wurde als neue Ehe- Hälfte in die Wohnung Kästenbaum's eingeführt. Doch der Kindersegen blieb weiter aus und das Familienglück schwand immer mehr und mehr, und da ohnedies in jenen Tagen die Wohnung Rafael's mehr als ehedem von Fremden und Freunden sehr besucht war, so wirst Du mein freundlicher Leser, zur bessern Orientirung, Dich in jene Tage zurückversetzt denken und mit mir einen Ausflug, wem, auch nur im Geiste, in die Wohnung Kästenbaum's unternehmen. Ich führe Dich von S.-A.-Ujhelp, wo Kästenbaum, da er auch sein eigenes Wirthshaus Hierselbst hatte, sich oft aufhielt, nach Pelejthe, seinem mehrjährigen Wohnorte. Du erblickst in einem schlichten Bauernhause einen Mann niittlerer Größe, in halb polnischem Gewände, der sich Dir be-