Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 377 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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— 377 — die h. Lade. In den Synagogen in Holland ziehen sich Pulte und Sitze von Osten nach Westen, (vorausgesetzt, daß die h. Lade an der Morgenseite angebracht ist), also gegen die Vorschrift der Tosifta. 3) Ans meine Anfrage über diese auffallende Abweichung konnte ich keine genügende Antwort erhalten. Ja, es wurde vor einigen Jahren als eine bedeutende Neuerung angesehen, daß die Gemeinde in Arnheim die Pulte und Sitze in ihrer neuen, schönen Synagoge nach dem ursprünglichen Gebrauche ordnete. Nach all dem sehe ich nicht ein, weshalb gerade die Eine, die Ostrichtung betreffende Vorschrift ans Kosten der Schönheit, Symmetrie und Bequemlichkeit der Synagoge festgehalten werden müffe. Was R. Josef Karo von der כימה sagt, sollte auch hier gelten :הכל לפי המקום והזמן. Wenn ich nun auch dem gelehrten Zipser in Betreff der zu wählenden Westseite (s. oben S. 18) nicht beipflichte, weil wir dadurch-aus dem Regen in die Traufe kommen, und wieder Eine Seite bevorzugen würden; so stimme ich ihm entschieden darin bei, daß wir, keine Weltgegend bevorzugend, und die biblische Lehre von der Allgegenwart Gottes stets vor Augen behaltend, in der vorliegenden Frage lediglich die Opportunität als maßgebend betrachten sollten, wie dies zum Theil schon die Amoraim (B. B. 25, a.) gethan haben. Nachbemerkung der Redaktion. Zu den von unserem gelehrten Mitarbeiter angeführten Beispielen könnten leicht noch andere hinzugesügt werden. Daß es an einzelnen Orten Sommer- und Wintersynagogen gab, die beim Beginne jeder Saison nach den Bedürfniffen derselben niedergeriffen und aufgebaut wurden (B. Bathra 3, 6), ist Thatsache, so seltsam es auch heutzutage klingt. Daß die Synagoge ursprünglich als Gemeindehaus, (בית הכנסת), nicht nur für die öffentliche Andacht bestimmt war, und daß in derselben der Jugend Unterricht ertheilt, gerichtliche Verhandlung gepflogen, und selbst gespeist wurde, ist aus den Quellen auf die nnwidersprechlichste Weise zu ersehen (Kidd. 30, a. B. B. 21, a. Taan. 24, b. Ber. 17, a. Jebam 65, b. und oben S. 367), wiewohl es von Zunz 3) Dasselbe ist in vielen Synagogen Ungarn's, Mähren's und Bohmen's der Fall. Red.