Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 371 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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- Cicero 1× ep/1024888
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— 371 peritus, verlangten daher die Alten mit Recht vom Redner im Allgemeinen. Um wie vielmehr aber muß dies gelten dem Redner gegenüber, dessen Aufgabe darin bestehet, seinen Hörern eine ideale Richtung zu geben, sittlich-religiöse Gefühle und Empstndungen, Entschlüsse und Vorsätze in ihrer Brust zn wecken! Wie könnte da vom Unreinen das Reine, vom Gemeinen das Heilige stammen? Die erste und unerläßlichste Bedingung, die man daher im thalmndischen Zeitalter an den Kanzelredner gestellt, war Würde und Würdigkeit, Unbescholtenheit und Uubeflecktheit des Redners, vollkommene Uebereinstimmnng seines praktischen Lebens mit den Lehren, die er ertheilt. Omnia, gni vindicaris in altero, tibi ipsi vehementer fngienda sunt, lehrt. Cicero; der Thalmud gehet weit über diese Forderung hinaus: er verlangt nämlich, das Wesen des Religionspredigerö gleiche an Reinheit einem sein geschliffenen Spiegel, an dem gar kein Mackel und Fleck haftet. כל מי שאומר ד״ת ברבים צריך שלא יהי׳ בו שום רסי (Jlk. Hohesl. 179). Me wenig der Thalmud mit dem Grundsätze: Handelt nach meinen Worten und nicht nach meinen Thaten, sich -zu befrennden vermochte, erhellt ans vielen thalmndischen Sprüchen als: Mancher predigt schön, befolgt aber nicht seine eigenen Worte; Nimm den Spaten dir selbst aus dem Auge; Schmücke dich zuerst, sodann schmücke andere; Wenn der Lehrer an geweihetem Sinn den Engeln gleichet, dann suche seine Lehre, nw nicht, lasse ihn; und endlich im Jalkut daselbst: ״Wie die Reinheit nnd Unschuld der Braut mehr denn äußerer׳ Putz derselben unwiderstehliche Reize verleihen; also wirkt daS eigene Beispiel nnd das musterhafte Leben des Predigers mehr, als aller Redeschmuck." Die Würde des Redners stand mithin im Vordergründe, doch waren nichtsdestoweniger angenehmer Vortrag, wohlgefällige Darstellnug, äußere Schönheit und Redeschmnck unerläßliche Anforderung, die das thalmudische Zeitalter an seine Redner stellte: Midr. Rab. das. כל מי שאומר ד״ת ברבים ואינן ערניין לשמעיהן נוח 'לו שלא אמרן. R. Josef sagte: Besser gar keine Rede hören, als solche, die nicht süß und angenehm wie Honig ist; R. Jocha- 22*