Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 8 (1.8.1860) 1. Hälfte
- Date
- 1860-08-01
- Page
- Seite 370 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 370 — Die ÄichrdemiM an den Nanzetredner im '' " - Zettntter. Von M. Fein, Rabb. in Reichenau. Es kann wohl mit Fng und Recht behauptet werden, daß der Stern religiöser Beredsamkeit am jüdischen Himmel zuerst aufging, und von da durch die Welt zog. Die Worte Göthe's im west-östlichen Divan: ״Und so dürfte Buch für Buch das Buch aller Bücher darthun, daß es uns deshalb gegeben sei, damit wir uns daran wie an einer zweiten Welt versuchen, uns daran aufklären und ansbilden mögen," sind eine geschichtliche Wahrheit geworden. Gehen nicht die geistlichen Redner aller gesitteten Völker zu unseren unsterblichen Profeten in diese Schule? sind diese nicht in der religiösen Beredsamkeit die Lehrer und Meister der ganzen zivilisirten Welt? — Und wie könnte es auch anders sein? In den Seelen der Profeten glühete ein himmlisches Feuer. Gott selbst legte ihnen das Wort auf die Zunge, und darum war ihr Wort von solch überschwänglicher Kraft und Gewalt. Doch selbst als das Licht der Profezeinng erlosch in "Israel, versiegte der Strom der Beredsamkeit nicht. Die Geschichte lehrt, daß die religiöse Beredsamkeit eine im Jndenthnme stets einheimische Pflanze gewesen, die zu aller Zeit der sorgfältigsten Pflege sich erfreute. Von Esra, von dem die Schrift erzählt, daß er die Kanzel bestieg, in öffentlicher Versammlung das Wort Gottes zu verkünden, bis auf nnsere Zeit hinab, ermangelte mau in Israel nicht, beim öffentlichen Gottesdienste religiöse Vorträge zu halten, und wie bekannt hatte die Einrichtung der Methurgamanim vornehmlich einen rednerischen Zweck. Welche waren nun die Anforderungen, die -as thalmndische Zeitalter an seine Redner stellte? Lassen wir hierüber die Quellen sprechen. Es schwindet der Zauber der prunk- und schmuckvollsteil Rede: es verhallet das beredetste Wort, ohne eine Wirkung zurück zu lassen, so nicht im Kreise der Zuhörer die Ueberzeugung vorwaltet, es sei die Ansprache an sie der Erguß eines reinen Herzens, der Ausfluß einer rechtschaffenen Seele. Vir Konus äiosucki 6 D0C