Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 366 (sequence 50)
- Language
- German
- Belongs to
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— 366 — in Wien, vollkommen berufen, sich dieser gemeinnützigen Arbeit zu unterziehen. Ew. Wohlerwürden würden sich aber um die ortentalischen Juden unverwelkliche Verdienste erwerben, wenn Sie die Herausgabe der spanischen Bibel mit Ihrer deutschen in Verbindüng brächten, und solchergestalt Ihren orientalischen Brüdern Gelegenheit gäben, sich ohne bedeutende Opfer in den Besitz einer auf ihr Bedürfniß berechneten Bibelübertragung zu setzen. Kömmt das Unternehmen zu Stande, mache ich mich anheischig, einige hundert Exemplare selbst zu veräußern. Ew. Wohlehrwürden! Die sesardischen Juden waren Jahrhunderte hindurch die Träger der Kultur und der Religionswissenschaft Israels; ihre Schuldner sind unzweifelhaft auch die deutschen Juden, die Nachfolger der mittelalterlichen Sefardim für unsere Zeit. Ich hege die Hoffnung, daß die Biedermänner des deutschen Israels, und Sie, verehrter Herr Rabbiner, an ihrer Spitze, sich beeifern werden, einen Theil der großen Schuld gegen die Sefardim abzutragen. Genehmigen Sie den Ausdruck meiner besonder» Verehrung, in welcher ich verharre Belgrad, am 25. Juni 1860. Ew. Wohlehrwürden stets ergebener Diener I. I. Stern. LLterün'jche Anzeigen. Scholien zum babyl. Thalmud v. 3. Wisner, Rabbiner des Königsgrätzer Kreises; I. Heft. Serachoth. Prag, Freund 186V. Besprochen von NI. Fein, Robb, in Reichenau. Dr. Beer spendet dem Vers, das negative Lob, daß dessen Scholien nicht nach Art und Weise der früher» Scholien-Verfasser pilpulistisch seien. Fasset man indessen einige Einzelnheiten des vorliegenden Buches ins Auge, so kann ihm auch der positive Werth nicht abgesprochen werden. Denn es enthält vieles Gute und Schützenswerthe, was um so verdienstlicher ist, als der Versuch philologischer und wissenschaftliche Erklärungen durch Scholien zum Thalmud in deutscher Sprache zu liefern auf dem Gebiete unserer Literatur ein ganz neuer ist. Nur ist zu bedauern, daß die Novitäten nicht immer stichhaltig sind. Hier einige Erempel.