Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 363 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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war ein Mann von ausgezeichnetem Charakter, und von zartfühlendem Herzen, der mit einer umfassenden Gelehrsamkeit auch praktische Einsicht und unerschütterliche Thatkraft vereinigte, daher auch sein Wirken ein segenreiches genannt werden kann. Möge es der Kolliner Gemeinde bald gelingen, diesen Verlust vollständig zu ersetzen. — ' Kollin zählt unter seinen Rabbinen so manchen Namen der in den Annalen des Judenthums mit Ruhm genannt wird. Um nur von dem unmitmittelbaren Vorgänger Franks, von dem verewigten Rabbi Joachim Deutschmann zu sprechen, ist er den Gemeinden in denen er gelebt, den Schülern die seine Belehrung genossen, nicht unvergeßlich geblieben? Wäre es nicht möglich, daß Sie Verehrtester Herr Redakteur! diesem geistreichen Rabbi in Ihrem Ben Chan, einen kleinen Denkstein in Form einer Biografie, setzen wollten*). Der Helle und vorurtheilsfreie Geist Deutschmann's — hatte er nicht viel Ähnlichkeit mit dem Ben Chananja's? und ist auf Ben Chananja , dem Lieblingsjünger, nicht viel vom Geiste des R. Joachim gekommen? Wenn Deutschmann die pilpulistische Literatur nicht bereichert hat: so geschah dies wohl nicht, weil die Quelle der pilpulistischen Novellen ihm spärlicher floß als seinen Kollegen, welche der Nachwelt Folianten hinterlaffen; sondern einzig und allein, weil er, wie kein Anderer die Stimme des Zeitgeistes vernahm, welcher eine Fortsetzung dieser Literatur nicht mehr sür verdienstlich erklärte. — Und wie er seine Schüler geliebt, und welche Anhänglichkeit diese sür den Meister empfunden, — doch ich will seinem künftigen Biografen nicht vorgreifen. A Pest, im Juni. Ein günstiger Zufall setzte mich in den Besitz des nachfolgenden Aktenstückes, welches ich ihnen nm so lieber mittheile, als Hr. D. Gans um unsere Schule seit 1847, um unser Spital seit 1849 und als Vorsteher seit 1850—1859 wahrhaft unverwelkliche Verdienste erworben hat, und noch immer sortfährt, mit seinem Wissen, seinen Erfahrungen, seiner Umsicht und seinen Opfern das allgemeine Beste zu fördern. Das anerkennende Aktenstück lautet: Z. 146. An Sr.'Wohlgeboren des Herrn David Gans, SchulaufsehreS an der k. k. isr. Musterhauptschule in Pest. Ich bin in der angenehmen Lage, Sie davon verständigen zu können, daß die hochlöbliche k. k. Statthalterei-Abtheilung zu Ofen mit hohem Erlasse vom 11. April 1860. Z. 8017. mir über hierortigen Antrag vom 24. März 1860. Z. 122. die Weisung ertheilt, Euer Wohlgeboren für die Fürsorge, die Sie der Schule im Allgemeinen und insbesondere den ärmern Lehramts- Kandidaten zuwenden, die Anerkennung der hochlöblichen k. k. Statthalterei- Abtheilung schriftlich auszusprechen. Dieses Auftrages entledige ich mich hiemit mit Vergnügen und mit größter Beschleunigung. Pest, am 18. April 1860. Kriegler, Direktor sämmtlicher Haupt- und Elementarschulen in Pest. *) Diese Arbeit hat ein anderer Schüler unseres gottseligen Lehrers übernommen. L.