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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 360

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 360 (sequence 44)
Language
German
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— sso Freunde, ^der gleichfalls in jene Beschuldigung Und in diese Erhebung einstimmte, findet Beides in der bürgerlichen Stellung der Juden begründet. Die wahre, glühende Liebe zum Judenthume, die Liebe, die sich, wie jede echte Liebe, kund gibt und offenbart und fich nie des geliebten Gegenstandes schämt, diese Liebe zum Judenthume ist, nach der Meinung meines Freundes, der übrigens ein eingewanderter Deutscher ist, nur dort zu Hause, wo die Juden entweder auf einer so tiefen Kulturstufe stehen, daß sie den auf ihnen lastenden Druck nicht erniedrigend finden, oder wo fie vollständig emanzipirt find, und ihres Glaubensbekenntnisses wegen nicht die geringste Zurücksetzung empfinden. Wahrhaft herzerhebend war für mich die ungeheuchelte Verehrung, mit welcher Jedermann von unserem Landsmanne Albert Kohn spricht. In der That find die Verdienste desselben um die jüdische Sache eben so groß, als die rastlose Anffrengung Bewunderung verdient, mit welcher er nach so vielen Seiten hin genügt. Von seinen Vorlesungen an der Rabbinerschule versprechen sich die Einsichtigeren einen neuen Aufschwung der jüdisch-theologischen Studien in Frankreich. L Mainz, im Juni. Wie ich aus zuverlässiger Quelle vernehme, haben sich die Protestanten, d. i. diejenigen Rabbinen, welche gegen Philippson's Bibel prolestiren, nunmehr dahin geeiniget, eine, die thalmudische Eregese treu widergebende Uebersetzung der h. Schrift herauszugeben. Die literärische Seite dieses Unternehmens scheint den Herren wenig Sorge zu machen; aber die Druckkosten! In dieser Rücksicht sott Hildesheimer die Hauptrolle übernommen haben. Gr Witt, wie ich höre, in der österreichischen Monarchie, besonders in Ungarn, eine großartige Geldsammlung veranstalten, um die Herausgabe der Lhalmndischen Bibel zu ermöglichen. Die Geldbeiträge werden theils als Darlehen, theils als Geschenk angenommen. Minimum eines Beitrages: 100 fi. — Auffallender Weise ist das Schriftchen ״Toleranz und Humanität" (Verl. v. Moritz Jonrdan) von unserem verehrten Rabb. vr. Aub in Ihrem Blatte unerwähnt geblieben. Dasselbe hat zunächst bloß lokales Interesse; wegen des darin herrschenden Geistes verdient es aber die weiteste Verbreitung. Frankfurt am Main, Juni. Große Dinge bereiten sich hier vor: nicht am Bundestage, darüber würde ich nicht dem Beu Chanauja berichten, sondern in dem Arbeitszimmer des Hrn. Hirsch, des Rabbiners der hiesigen Orthodoren-Partei. Eine fulminante Warnnng soll in die Welt geschreckt werden, vor — denken Sie nur — dem Gebrauche des neuen Hochorthodoren Siddur, welches vor Kurzem bei I. Knöpflelmacher und Söhne in Wien erschienen ist. Ich selbst habe diese Siddur-AuSgabe nicht zu Gesichte bekommen. Es soll aber Thatsache sein, daß in dem Jozer für Purim dre größte Piece, welche mit אזרה anfängt und mit לנצור schließt, weggelaffen wurde׳ Da nun nach der Meinung unseres Hirsch die jüdisch-religiöse Praris von der Integrität der Pijutim abhängt, so können Sie leicht denken, wie gewaltig er den Wiener Verlegern zürnt, die fich einen solchen Eingriff in die religiöse Praris erlaubt haben. Dem Vernehmen nach ist bereits an den Wiener Rab-

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