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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 354

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 354 (sequence 38)
Language
German
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— 354 — Dei gloriam solches thun zu dürfen, warum sollte es den Führern der s. g. Reformpartei verargt werden, wenn sie von dem Verbotenen sagen, es sei erlaubt? In Ihrer Zuschrift beschuldigen Sie Ihren H. Rabbiner der Wiflkürlichkeit und legen ihm die Absicht bei, die Gemeindeglieder in geistiger Knechtschaft erhalten zu wollen; mir ist zwar ihr H. Rabbiner gänzlich unbekannt, aber solche Absichten will ich keinem Manne, der sich nur Rabbiner nennen darf, unterschieben, sondern glaube eher es sei bei ihm eine bloße Ängstlichkeit, eine Furcht, daß das geringste Abweichen von der Herkömmlichkeit in die Arme der s. g. Reformpartei führen könnte. Es ist aber wie gesagt, umgekehrt, daß starre Festhalten an Jrrthümern und Mißbräuchen gibt jener Partei Nahrung und Vorschub. Sie sagen ferner in Ihrer Zuschrift, daß Ihr H. Rabbiner den alten Mißbräuchen und den mittelalterlichen Aberglauben zurück zu führen strebt, und dadurch den Frieden der Gemeinde, das theuerste Gut Israels, mit Füßen tritt, und sich zu äußern Pflege, daß solche Dinge höher stehen als aller Friede. Eine Stelle im Sifri lautet anders: ״Groß ist der Friede, um solchen zu erhalten, hat der Heilige, gelobt sei er, gestattet seinen geschriebenen Namen ausznlöschen." (S. Jalkut parsch. Nasfi.) Und weil Sie sagen, daß mein Gutachten den Frieden wieder Herstellen könnte, fühle ich mich verpflichtet, es Ihrem Wunsche gemäß, hiemit abzugeben: ich muß mir aber erlauben eine Bemerkung voraus zn schicken. Als der Profet Jeremias gegen den Mißbrauch, der Himmelskönigin Räucherwerk zu bringen, eiferte, antworteten ihm die Zeitgenossen: ״Wir werden dir nicht gehorchen. sondern wollen fort — der Himmelskönigin Weihetrank bringen, so wie — unsere Väter gethan haben." (Jerem. 44, 16, 17.). Hieraus geht hervor, daß ein Mißbrauch nicht dnrch Herkömmlichkeit geheiligt werden kann. — Der Thalmud und der daraus geschöpfte Schulchan- Aruch sind unsere Leiter in religiösen Dingen, und aus diesen ehrwürdigen Büchern werde ich meine Beweise schöpfen. Es hat sich gar manches, welches antithalmudisch ist, in Folge einer finstern mittelalterlichen Anschauungsweise eingeschlichen, welches die göttliche Religion Israels verunstaltet, und das eben sollte ausgemerzt, nicht aber, wie es leider von so manchen Finsterlingen, die sich zn Sklaven der Herkömmlichkeit machen, geschieht, noch vertheidigt und unterstützt werden. Wohl weiß ich, daß wenn es sich in der That so verhält, wie es in Ihrer Zuschrift dargestellt ist, es ihrem H. Rabb. ein Leichtes sein wird, sich von gleichgesinnten Rabbinen Gutachten zn verschaffen, die sei-' ner Meinung beistimmen, solche Gutachten und vielleicht in größerer Zahl als Sie von solchen Rabbinen, die mit meinem Gutachten übereinstimmen dürsten erhalten werden; aber gegen .den Profet Elias waren vierhundert andere Profeten, aber das Recht war doch auf seiner Seite. — Und nun wollen wir die fraglichen 9 Punkte in Hrwflgnng ziehen. -SM

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