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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 353

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 353 (sequence 37)
Language
German
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— 353 — auszuführen. Daß Bibelstellen mit unserem ethischen Bewußtsein im Widerspruche ständen, ist mir ganz neu. Ich habe mein ganzes Bischen Moralität dem Judenthume zu verdanken, und noch nir« gends Moralgesetze gefunden, die reiner als die biblischen wären. Die Strenge der Bibel aber stehet durchaus mit der Wichtigkeit ihrer Forderungen im besten Verhältniße. Daß schließlich Bibelstellen mit dem szientifischen Bewußtsein kollidiren sollten, ist ebenfalls schwer zu beweisen. Man wollte denn Wissen nennen Alles, was man nicht glaubt. Ja! dann entstehen Kollisionen; aber wer glauben lehren will muß eben selber glauben. Die Stuhlweißentmrger Wirren. 11.*) Gutachten von Hirsch G. Fastet, Oberrabb. zu Gr.-Kanischa. **) Hochgeehrter Vorstand! Ihre geehrte Zuschrift vom 9. d. M., worin Sie über 9 Punkte ein Gutachten verlangen, hat mich sehr schmerzlich berührt, nicht nur wegen der getrübten Zustände in Ihrer Gemeinde und des zerstörten Friedens, den sie so bitter beklagen, sondern mehr noch wegen des חילול השם, der immer aus Prozessen zwischen Gemeinde und Rabbinen entstehen, und noch mehr wegen des Unheils, welches aus einer solchen Verfahrungsweise, wie Sie in Ihrer Zuschrift von Ihrem H. Rabb. sie schildern, für ganz Jsr. hervorgehen könnte. Eine solche Verfahrungsweise gewährt Nutzen und leistet Vorschub der s. g. Reform- Partei, jener Partei, die nur Destruktive Ansichten hegt, und damit umgeht die heiligsten Gebote anfzuheben, die traditionelle Lehre zu verleugnen, den geheiligten Glauben Israel's zu einem Deismus herabzuwürdigen, die geheiligte Religion Jsrael's zu einer bloßen Negation zu machen. Abgesehen, daß eine solche Verfahrungsweise das Herz vieler Juden für den väterlichen Glauben kalt macht, und sie zum schädlichen Jndifferentismus hindrängt, so begründet sie ja auch für jene Partei das Recht, mit denselben Waffen zu kämpfen, deren sich die Rabbinen bedienen, die eine solche Verfahrungsweise beobachten. Ein sehr richtiger Grundsatz lautet: ״Es ist eben so sündhaft das Erlaubte als verboten, als das Verbotene als erlaubt zu statuiren." (S. Jore Dea Abschnitt £42. Sifse Kohn am Schlüße 9); wenn nun die Rabbinen einer solchen Verfahrungsweise von dem Erlaubten sagen, es sei verboten und glauben ad *) S. oben 6. Hst. S. 285 ff. **) Ist uns abschriftlich von Stuhlw. eingesendet worden. Red.

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