Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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— 352 — Daß dieser noch ein wenig mit den Katechismen liebäugelt, und ebenfalls der Sidnrlehre eine zwar mäßige, doch immer noch überflüssige Rolle zutheilt, ist vielleicht mehr Konzession an äußere Beziehungen als Sache des Prinzip's; denn wahrlich!תכנת שבר ist nicht geschmackvoller als אמת ויציב stylistrt. Bei der Auswahl aus der Bibel ist, so weit sie die historischen Bücher betrifft, eine Rücksicht aus den äußern Geschichtsnerns, und bei den Psalmen ans deren liturgische Verwendung nicht zu erkennen. Ob jedoch gerade diese Momente betont werden sollen, sei dahingestellt. Ueber den Unterricht in der nachbiblischen namentlich mittelalterlichen Geschichte der Inden, drückt sich auch dieses Programm mit einer orakelhaften Allgemeinheit ans, daß man sich über die zu Grunde liegende Ansicht kein Urtheil bilden kann. Das Programm für die obersten Klassen wie für die Lehramtskandidaten ist noch nicht im Druck erschienen. Jedenfalls ersteht man, wie schwer es sei, in den von der Gesammtschule getrennten Religionöschnlen das Rechte zu treffen, und wir haben dem Wiener Programme mit Absicht eine längere Besprechung gewidmet, weil einerseits die Rüge hier auch anderwärts Anwendung finden dürfte; anderseits aber ist eine Mustergemeinde, wie Wien in jeder andern Beziehung sie darbietet, um so nachsichtsloser zu benrtheilen, als sie mit Recht allen andern Gemeinden als Vorbild dient. Damit soll keineswegs die Hochachtung geschmälert werden, die ich, wie jeder Jsraelite Öfterreichs dem hiesigen Vorstande zolle, noch die Anerkennung beeinträchtiget werden, die ihm in jedem Gebiete der Verwaltung gebührt. Aber in Rücksicht auf das Schulwesen stehet einmal die hiesige Gemeinde noch weit zurück. — Wir wenden uns zur dritten und vierten Einwendung gegen den hebräischen Unterricht. Zuerst den Mangel an Religiosität in den Häusern anbelagend, so ist allerdings eine solche Erscheinung zu bedauern. Indessen haben wir bereits oben bemerkt, daß die Unlust der Eltern sich mit der Zeit beschwichtigen lasse, wenn ihnen die Unterrichtsfrüchte näher gelegt werden. Was man endlich von den Stellen sagt, die das Schamgefühl verletzen, ist unerheblich. Denn Ueberschlagen, oder Bibelausgaben unter dem Titel Likute Thora zu Schulzwecken besorgen, ist doch leicht