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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 347

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 347 (sequence 31)
Language
German
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— 347 — lehrer ein so guter Mensch ist, daß sein Unterricht nicht im geringsten genirt, so können unsere Kinder was Rechtes daneben lernen." —Andere versuchten den polizeilich-vorgeschriebene Katechismus und die hebräische Bibel zu betreiben, und verdarben es, wie stets die Partei des juste Milieu hüben, und drüben. Das neulich ausgegebene Programm der Wiener Religionsschule sagt sich endlich entschieden von den Katechismen los , und bleibt konsequent beim Unterrichte in der Bibel und in der Liturgie. Allein so befreundet mir ein solcher Unterrichtsplan wäre, so wenig kann ich diesen als identisch mit -dem meinigen bezeichnen. Der schärfste Tadel trifft abermals unfern Gemeindevorstand, der hier wieder einen vornehmthuenden, esoterisch-büreaukratischen Schnitzer beging, die Norm für den Unterricht der gesummten jüdischen Jugend ohne alle Motivirung in der Manier eines 6ar tel est notre plaisir — in die Welt zu setzen. Zwar geht ein hohes Unterrichtsministerium, gehen alle Regierungsbehörden aller Länder und Staaten mit dem leuchtenden Beispiele voran, lassen jede Schulverordnung erst in Zeitungen besprechen, umgeben sich mit Sachverständigen aus den verschiedensten Schichten des Lehrstandes, so viele Kompetenzen sie auch in ihrer eigenen Mitte haben, fragen an, prüfen, berathen, untersuchen — und befehlen dann, und dann erst unter Angabe der Motive zur Belehrung aller jener, die dabei interessirt sind. Aber freilich ein Ministerium kann seinen Befehlen mit aller Macht einer Staatsbehörde Nachdruck geben, der Gemeinde- Vorstand, der dieß nicht kann, ziehet es vor, nach eigenem Ermefsen zu dekretiren, und über die Motive gründlich zu schweigen. Aber diese Form ist nicht bloß verletzend, sondern auch schädlich; denn wie soll das Heer von Privatlehrern ein Gesetz zur Auöführung bringen, dessen Motive es nicht kennt, an dessen Entwürfe es gar nicht betheiliget war? Oder glaubt der Vorstand, Lehren sei lediglich eine mechanische Lungenübung, die man ganz blindlings ohne Einsicht in die Gründe verrichten könne? Was nun aus dem wortkargen in Chiffern sich darstellenden Programme herausgelesen werden kann, ist auch nicht geeignet unsere Begeisterung dafür zu erwecken. Aber auch dieser Vorwurf trifft die wackeren Lehrer, denen ich im Leben übrigens befreundet

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