Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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346 — die bezüglichen Privatanstalten aus Mangel an Besuch hinstechen. Die Leutchen meinen nämlich: Sittlichkeit, Anstand, Bonton, Würde, und, der Himmel weiß, was für Güter'werden dem Indenkinde in Judenschulen entzogen — aber drüben, — drüben in Fülle geboten. Sieht man sich aber nach dem kläglichen Zustande eines armen, unmündigen Volksschülers in fremden Schulen um, und lernt die erbärmliche Rolle kennen, die er drüben, drüben spielt; so muß man unwillkührlich an jene arme Taglöhnerin denken, die einst befragt, wie es ihrem Sohne gehe, zur Antwort gab: ״Ganz gut! Er spielt in der Komödie mit; er macht nämlich den Affen in der Zauberflöte. Der Gewinn ist freilich nicht so groß, denn die Zauberflöte wird gar selten gegeben, auch ist's mir nicht um die Ehre zu thnn, als daß er unter Menschen komme, und etwas Lebensart lerne." Daß ein Religionslehrer solchen Zuständen und Einflüssen gegenüber keine leichte Aufgabe übernimmt, daß er, der einem ganzen Heere fremder und entgegensetzt wirkender Eindrücke nur drei Stunden wöchentlich entgegenstellen kann, mit Recht über Zeit- Mangel klagt, wird jeder gerne zugeben. Wenn er in diesen drei Stunden lehren, üben, erwärmen, begeistern, prüfen, zensoriren und die Funktionen des Schulhaltens üben soll; so muß man wahrlich mit dem Geringsten vorlieb nehmen, das da geleistet wird. Die Herren schlagen in der Verlegenheit dreierlei Wege ein. In frühern Zeiten, als es in Österreich noch andere solcher getrennten Religionsschulen gab , hatten die gutmüthigern, mit dem Lehramte betraueten Lehrer vor Allem dafür gesorgt, sich und das Publikum von der Täuschung zu bewahren, als ob etwas geleistet werden könnte. Sie betrachteten ihr Amt als Ausfluß einer polizeilichen Vorschrift, sich selber als Polizeibeamte, die kraft ihres Dekretes Zensuren ertheilen, und machten es in aller Gutmüthigkeit sich und den Leuten so leicht als möglich. Dieß Verfahren hat sein Gutes, daß das Publikum, daß von der Schule nichts erhoffte, auf Privatwegen für Belehrung der Jugend sorgte. Ich hörte oft-die Hausväter sehr bezeichnend äußern: ״In unserer Schule wird nur Religion gelehrt, daher müssen wir trachten auch Judenthum unterrichten zu lassen — und da unser Reltgions-