Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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ihren Schaden bringen; so werden solche Vorgänge in den kränkelnden Religionsschulen, die ein klägliches Leben außerhalb der Gesammtschule fristen, den Tod aller Unterrichtserfolge herbeisühren müssen. Wenn aus den oben angeführten Gründen die Volksschule vorzugsweise eine religiöse Institution zu sein hat; so wird man die Gefahren, welche die Ermangelung einer solchen in großen Städten mit sich führt, leicht ermessen. Diese Gefahren wachsen für Konfessionen, die sich in der Minderzahl befinden, und die ohnehin der äußern Erscheinung nach weniger imponiren. Ein Kind aber urtheilt nicht, sondern gibt sich den Eindrücken unbefangen hin. Nun sieht es da den Glanz, die Macht, das Gepränge, Ehrfurcht aller Untergeordneten, Uebereinstimmen und Zusammenwirken aller Lehrer, Lehrfächer, Obern und Vorsteher. —Dafür aber diesseits: ״ die Ärmlichkeit eines Gesetzes, das Niemand beachtet, Feiertage, die die Mutterschule nicht berücksichtiget, Lehrer, die vereinsamt stehen. Die Religion, die drüben die vornehmste Stelle unter allen Lehrfächern einnimmt, muß hier um Stunden betteln", die ihr der Appetit, der Schlaf, die Spiellust , widerwillig überlassen. — Stunden, da alle Kraft schon blaß geworden, und der Geist von tausend entgegengesetzten Eindrücken abgegriffen ist. Nun kann doch der christliche Volksschullehrer bei aller Toleranz der Gesinnungen nicht umhin, durch Alles, was er lehrt, den rothen Faden seiner Konfession ziehen zu lassen, — da er dazu gesetzlich verpflichtet ist. Wenn nun das Judenkind auch dreimal wöchentlich vernimmt, daß das Judenthum auch so ein Hinterpsörtlein und-Seitenthürchen:in!den Himmel sei, was kann!daraus werden, als-entweder Mißachtung dieses Hinterpsörtleins mit seinen anstoßvollen Seitenwegen, oder Religionslosigkeit mit all den Nebeln, die in Großstädten, wo die Verführung in jedem Winkel lauert, noch gräulicher hervortreten?! Man sieht demnach, daß es zu den nnerforschlichen, esoterischen Geheimnissen des Wiener Gemeindevorstandes gehört, sich der Errichtung einer eigenen Volksschule!mit einer Art von märtyrerhaften Hartnäckigkeit entgegenzustemmen. Eine weitere üble Folge -davon ist das Mißtrauen, das hiedurch in den Herzen urtheilsloser Gemeindeglieder gegen jüdische Schulen im Allgemeinen genährt wird., so daß selbst