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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 343

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 343 (sequence 27)
Language
German
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— 343 — ist überall mit den andern Fächern in Verbindung zu setzen, wie auf sie jedes Fach Beziehung zu nehmen hat. Wenn übrigens Disziplin, Schulordnung, Lern- und Ferialzeit, Spiel und Ernst mit den Vorschriften der Religion in Einklang gebracht sind; wenn die muttersprachlichen Lesestücke religiösen Inhaltes sind; wenn der Lehrer bei Entwickelung eines Sprachgesetzes immer die beiden Idiome vergleichen läßt; so kommen der Religion und ihren Forderungett außer den ihr direkt zugewendeten Lehrstunden beträchtliche Zeitabfälle zu statten. Nun aber haben meines Wissens die meisten Provinzialvolksschulen einen 5—7-stündigen Unterricht des Tages, und besuchen in schularmen Gegenden die Knaben oft noch bis zu ihrem 12. Jahre die Volksschule. Wie kann da über Zeitmangel geklagt werden? Warum wird so selten das gewünschte Ziel erreicht? Wie kann da unsere Forderung die Kinder überbürden, den weltlichen Unterricht beeinträchtigen? Darauf'kann ich ant- Worten! Erstlich ist in vielen Schulen von Zeitüberflnß und Ueberdruß ein so kläglicher Ertrag herbeigeführt, daß man die Ursachen verwechselt hat. Eine Erfolglosigkeit sieht der andern zum Werkennen ähnlich, und man schreibt oft dem Zeitmagel zu, was aus der Abstumpfung durch ungebührliche Verlängerung der Unterrichtszeit entstanden ist. Sodann sind die Eltern oft so ungestüm in ihren Forderungen, drängen immer vorwärts, und wollen sogleich Alles mit Händen greifen, daß viele Lehrer sich genöthiget sehen, nach sehr flüchtig gelegtem Grunde einen Oberbau aufzuführen, den der schwache Unterbau nicht erträgt, und so stürzt das ganze Gebäude zusammen. Nicht weil zu wenig, sondern weil zu viel hebräisch gelehrt wird, wird oft so wenig erlernt. Endlich wird oft so wenig darauf geachtet, einen gehörigen Stufengang einzuhalten, die Trag- und Verdauungskraft zu ermessen, auf Verständniß des Gelernten und geordneten Vortrag zu dringen, die Kinder durch zweckmäßige Aufgaben zur Selbstthätigkeit anzuhalten, und ihnen zu zeigen, wie sie das Gelernte verwenden können, so daß die alte Chederwirthschaft wieder einreißt. Die Bibel wird ״aufgesagt" als gälte es durch Dick und Dünn zu laufen, die hebräische Grammatik wird als besonderes Skelet unbefleischt dahin gestellt, das Gefühl wird wenig angeregt, und der Lehrer verdirbt sich oft mit den Religionsunterricht das in seinen Lektionen der

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