Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 342 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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342 — frühem Alter besser als im spätem gelingt. Nun haben wir in Elsterreich zwei Gattungen von Religionsschulen für die Jugend bis zum 10—11 Jahre. Am zahlreichsten, weil naturgemäß, ist jene Gattung, die von der gesammten Volksschule nicht getrennt ist. Fast jedes Dorf, das kaum sein Mtnjan auftreiben kann, hat eine jüdische Volksschule, in der natürlich bald auch, bald nur Religion gelehrt wird. Die zweite Gattung, wenn man zwei Anomalien in einem so großen Reiche noch Gattung nennen kann, umfaßt solche Religiosschulen, die vom Mutterheerde der gesammten Lehranstalt getrennt, in einigen kürzlichen Zeitresten, wenn die Kraft des Aufmerkend schon abgerissen ist, die Jugend zum Religionsunterrichte versammelt. Wir haben demnach gesunde und kranke Religionsschnlen, und die Schnlpraris zerfällt demnach in eine Fisiologie und Pathologie. Zuerst von den gesunden, erfreulichen Erscheinungen, wie diese in Mähren, Böhmen und in neuester Zeit auch in Ungarn täglich gedeihlicher zu Tage kommen. Die galizischen Schulen dürften noch aus den Ehederträumen ihrer Kindheit nicht überall erwacht sein, und Niederösterreich hat nur Eine große Gemeinde: Wien, die Mustergemeinde, d. i. diejenige, die sich in Rücksicht der Volksschule so viele Musterbilder vergeblich Vorhalten läßt. Eine jüdische Volksschule nun gehört mit zu den wichtigsten Institutionen einer Gemeinde, so gut als Synagoge und mehr als die Fleischbank und das Frauenbad. Denn der erste grundlegende Unterricht, der dem noch im fluktuirenden Zustande befindlichen Kindergeiste geboten wird, kann nicht in getrennte Fächer der Art auseinander gehen, daß Religions- und weltlicher Unterricht in verschiedenen, einander oft entgegenarbeitenden Händen liege. Die geistigen Kräfte des 6—9-jährigen Kindes sind noch alle in einander, es ist Alles verschwommen, wie im Ei, woraus das Hühnlein werden soll. Zu Allem ist wohl die Bedingung und die Möglichkeit vorhanden, aber nichts ist entschieden gestaltet. Erst wenn der Geist wächst und sich entfaltet, tritt jegliches deutlich und ausgeprägt hervor, was früher nur angedeutet war. Darum auf dieser Stufe Ein Buch, Ein Lehrer, Ein Fach, Alles in Einem und mit einander verwoben das Gerathenste ist. Hier soll also die Religion gar nicht als getrenntes Fach sich ausscheiden, sondern