Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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— 339 — doch erhabenen und ansprechenden Form, ausgemacht in's Detail, anderseits mit dramatischer Lebendigkeit dargestellt! Gibt es ein besseres Schulbuch? Das fremde Idiom des Hebräischen wird beim Unterrichte im Urterte der Hast und Uebertreibung einen wohlthätigen Hemmschuh entgegensetzen. Da gibt es einen weiten Turnplatz, das Ideal zu nähren, das Gefühl zu wecken, den Verstand zu schärfen, den Sprachsinn zu üben. Psalmen, Sprüche, leichtere Stellen der Proseten verleihen in höhern Klaffen eine, neue, schöne Erscheinungsform der religiösen Ideale, wenn man eS nur versteht, ohne Stelzen der Kritik und kleinlicher Archäologie den jüdischen Parnaß zu besteigen. Was oft nicht recht von der Jugend begriffen wird, das pflegt zumeist am mächtigsten zu ergreifen. Zudem darf man nie vergessen, daß dasjenige, was man so den innern Geist an dergleichen Dingen nennt, und der allerdings wo möglich zum Bewußtsein gebracht werden soll, doch immer nur dem Kerne des Steinobstes gleicht. Wo dieser fehlt, da ist freilich die Frucht krank, und der Kern enthält.zudem den Samen für künftige Pflanzengenerationen in fich; — aber das Genießbare ist doch immer nur die fleisch- und saftreiche Schale. Wie und daß zu dieser das hebräische Gewand gehöre, daß die Kenntniß derselben Judenthum und Judenheit von Bekennern und Mitgliedern zu fordern berechtiget seien, wie aller religiöse Dust entweiche, wenn der Inhalt der Bibel in ein anderes Sprachgefäß überleert werde, wie endlich die Freiheit der Auslegung unterdrückt, die Bevormundung der Geister gefördert werde, wenn der Nation ihr Eigenthnm entfremdet wird, habe ich anderwärts ausführlich gezeigt. Also vor Allem: Uebung, religiöse Erziehung, Ueberwachung, daß die Jugend die gebotenen Vorschriften halte, sodann Kenntniß der Geschichte, des Schriftthums, — das fordert die jüdische Theologie, das Judenthum vom jüdischen Religionslehrer. Im Uebrigen paßt hier sehr wohl, was Omar bei Verbrennung der alerandrinischen Bibliothek geäußert, auf all die sogenannten Lehrbücher der Religion: Entweder, sagte er, stehet das Alles im Koran, wozu daun die Bücher? oder es stehet gar nicht darin — ei dann kann's ja nicht wahr sein.