Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 7 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 337 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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Gott, ein Gott, der alle andern Gottheiten negirt, alle bisher von Menschen geschaffene Ideale als verfehlte, und den Glauben daran als Aberglauben verwirft. Gott ist der streng Einigeinzige, also weder ein einzelner Gott, noch ein Gruppengott, noch eine Allgottheit, sondern ein außer und über der Welt eristrrendeS, persönliches Wesen, Schöpfer und Regierer der Welt, nicht bloß Inhaber und Allumfasser derselben. Alle sogenannte Lehren von Gott sind zumeist nur Proteste gegen unrichtige Auffassungsweisen; ein positives wird nicht gegeben, und ist nach der Meinung einiger Theologen der freien Forschung anheimgestellt, nach der Meinung anderer so unerforschlich, daß man besser thut, gar nicht darüber zu forschen, als in Jrrthümer zu gerathen. Das sogenannte Bewußtsein der Juden besteht in der Erkenntniß, dieser oder jener Religion nicht anzugehören; um die Gründe dieses Protestes war man ebensowenig verlegen, als man vor Verführung und Ueberredung je ängstlich besorgt war. Was später von Theologen als Glaubensartikel, wie des Maimonides oder als Lehre von göttlichen Eigenschaften aufgestellt wurde, hatte selber entweder nur polemische Zwecke, oder war ein dem Judenthume gewaltsam Aufgezwungenes. Dogma , Lehrbegriff stehen mit dem Wesen des Eineinigen und eifervollen Gottes und der Religion des Protestes im diamctralen Wiederspruche. — Also hat das Judenthnm gar nichts Positives zu seinem Inhalte? O! sehr vieles, aber auch nur solches was diese Positivität verträgt: — Die Thatsachen der Geschichte und des Gesetzes. Was in der Bibel gelehrt wird, hat durchaus nicht die Form eines Lehrsatzes, sondern die der Darstellung einer Thatsache. Gott ist gütig, barmherzig, Thatsachen, die jeder gesunde Sinn empfindet. M ahndet die Schuld der Väter an den Kindern: — Thatsache, die Ärzte, Testamentsvollstrecker, Pädagogen und Historiker bezeugen können; denn jede Zukunft leidet an den Sünden der Vergangenheit. Aber deßhalb dürfen doch Väter nicht um der Kinder willen, oder umgekehrt nicht getödtet werden, denn wie jenes Thatsache der Geschichte, so ist dieses Verbot Thatsache des Gesetzes. Das ist einmal die Wirklichkeit! — Nun grüble der Denker, schmachte der Empfindlende, erkläre der Forscher, so viel sie wollen; — über alle erhaben, für