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Ben Chananja · 1860-01-01 · 7 (1860) · p. Seite 334

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
7 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 334 (sequence 18)
Language
German
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334 — gefaßt, tradirt werden müssen! — Kurz man hält uns die Theo-- logie, oder die von Herrn Hecht sogenannten theologischen Gründe entgegen. Wir haben es jedoch hiebei wieder mit zwei sehr verschiedenen Momenten zu thun. Zunächst ist die Frage zu erörtern, wie man sich das Wesen einer besonderen bestimmten Konfession zu denken habe, und das ist wiederum eine ׳ psychologische Frage. Sodann aber ist der rein theologische Begriff der Offenbarung und der Inhalt des für uns Geoffenbarten d. i. des Judenthums in Untersuchung zu ziehen. Dieß wollen wir in Kürze hiemit thun. Es hat bekanntlich viele konkrete, bestimmt formirte Religionen vor der Offenbarung Gottes auf dem Sinai gegeben; es gibt noch heute verschiedene Religionen außer dem Judenthume. Wie kann man sich deren Entstehen psychologisch erklären? Da das höchste Ideal das Produkt der Gesammtbildüng eines Menschen ist, so werden nur Menschen gleicher Bildungsstufe, und zwar nur unter besonders zusammentreffenden Erziehungs-Resultaten zu einem gemeinsamen Ideale d. i. zu einer gleichen Religion gelangen. Die Verschiedenheit der Religion ist also ebenso gerechtfertigt, als die Mannigfaltigkeit der Bildungsarten und Bildungsstufen. Wie aber, kann man umgekehrt fragen, ist dann eine ganze Mehrheit von Menschen, wie sind Völkerschaften, die etwa nach Millionen zählen, dazu gelangt, sich als Glieder eines Glaubens zu fühlen und zu verbinden? Hiebei berufen wir uns wieder auf die schon obenerwähnte Analogie zwischen Sprache und Konfession. Wir sagten: Religion verhält sich zur Konfesston wie denken zu sprechen. Die Menschen fassen aber, wie man weiß, die Außendinge nicht in gleicher Art. Auf den einen macht dieses, auf den andern jenes Merkmal einen lebendigem Eindruck, die Sprache hebt aber immer ein (einziges Merkmal hervor, und es müßte darum eben so viele Sprachen als Auffaffungsweisen, d. t. fast so viele als Menschen gebene. Dennoch eignet eine Sprache ganzen Nationen, weit verbreiteten Völkerschäften, wenn auch jede ihre Dialekte, Mundarten, Pronunziationsweisen, kurz Spuren der verschiedenen Ursprünge, denen sie entquoll, aufzuweisen hat. Diese Gemeinschaft in der Sprache ist aber aus dem Zusammenleben, dem Bedürfnisse der egenseitigen

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