Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 307 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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307 hatte die Gemeindeverwaltung mit dankenswerter Gastlichkeit nach allen Seiten hin zu genügen gesucht. Schon der Samstag vorher, der 17. März, bildete den wesentlichen Theil der Einweihungsfeier. An ihm fand der letzte Gottesdienst statt in dem Andachtssaale zum Compostell. Nachdem die Gemeinde die alte, ehrwürdige Synagoge verlassen hatte, auf deren Boden stch jetzt das neue, stattliche Gotteshaus erhebt, hatte dieser bescheidene Saal dem Gottesdienste der Gemeinde eine Zuffuchtstätte gewährt. Die ergreifende Abschiedsrede Steins hob besouders das Verdienst dreier würdiger, bereits dahingegangener Lehrer hervor, des .Di׳. Creizenach, Dr. Heß, und Iohlson, welche in diesem Raume einen populären Religionsvortrag in deutscher Sprache, mit edelster Krastanstrengnng begründet hatten. An dem für die Feier angesetzten Tage, Freitag den 23., um vier Uhr Nachmittags, wurden die Pforten des herrlichen Tempels geöffnet. Im Innern des Tempels verbreiteten zahlreiche Gasflammen, ans zierlichen im edelsten Geschmacke, nach antiken Mustern gearbeiteten Leuchtern ein reichliches Licht. Punkt fünf Uhr gaben die brausenden Klänge der Orgel vom hohen Chore, das Zeichen zum Beginn der Feier. Der festliche Zug der Geistlichen und der Honorationen, von dem östlichen Flügel, dem Gemeindehause ansgehend, betrat das große Mittelportal und bewegte sich durch den mittleren Gang nach der Estrade. Voran schritt der Rabbiner der Gemeinde, Hr. Leopold Stein, welchem noch acht andere Nabbinen, aus zum Theil sehr ferne gelegenen Städten, folgten, die mitBereitwilligkeitder Einladung des Vorstandes nachgekommen waren und dies Fest durch ihre Gegenwart erhöhten. Eswaren dies die H. H. Di׳. Adler von Kassel, Di׳. Aub von Mainz, Di׳. Formstecher von Offenbach, Dr. Landsberger von Darmstadt, Dr. Levi von Giessen, Kahn von Trier, Dr. Mayer von Stuttgart und Präger von- Mannheim. Wir machen hier einen Augenblick halt, um uns diese durch Gelehrsamkeit und mannigfache Verdienste hervorragende Versammlung näher zu betrachten. Einiger dieser Männer haben wir bereits Erwähnung gethan, als wir von den Verdiensten der Nabbinerconferenz zur Begründung einer verbefferteu Liturgie sprachen. Außerdem haben wir die H. H. Adler, Formstecher, Mayer und Präger als anerkannte theologische Schriftsteller zu erwähnen; die Reihe glänzender Kanzelredner war durch die H. H. Aub, Landsberger, Mayer und Präger würdig vertreten. Die H. H. Kahn, Levi, und A. stellten den würdigen Stand der mit Hingebung einem großen Wirkungskreise sich widmenden Seelsorger dar. In Landsberger begrüßten wir außerdem einen ausgezeichneten Orientalisten. Nach diesen Männern, welche die kostbar umhüllten, mit reichem Silberschmucke umhänaten Thorarotten trugen, schritten die beiden Kantoren der Gemeinde, H. H. Weintrauch und Geiger. Und nun eröffneten die lange Reihe der besonders geladenen Ehrengäste die, beiden Herren reglerenden Bürgermeister der freien Stadt, der gesammte Senat, der Senior der ständigen Bnrgerrepräsentation, mehrere Mitglieder des dyplomatischen Korps,