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Ben Chananja · 1860-01-01 · 6 (1860) · p. Seite 306

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 306 (sequence 46)
Language
German
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ולי — 306 — die reichlichsten, ja verschwenderische Mittel dazu beschafft hatte, wenn der Ansdruck ״verschwenderisch" gestattet ist bei einem Unternehmen, bei welchem vielleicht allein Verschwendung zum Verdienste wird. Ein großartiges Orgelwerk war bei einem der bekanntesten Meister der Orgelbaukunst angefertigt und von dem Erbauer selbst und seinen Gehilfen auf dem Chore ausgestellt worden. Ja Hr. Breidenstein hatte der Gemeinde einen Organisten ge- Wonnen, der dieses majestätische Tonwerk mit kunstgeübter Hand zu lenken versteht. Unter der Anregung des Rabbiners, Hrn. Leopold Stein, hatte sich ein Synagogen-Gesangverein gebildet, bestehend aus etwa 100 Herren und Damen aus den besten Familien der hiesigen Gemeinde, welche mit dem löblichsten Eifer in zahlreichen Proben sich dem schwierigen Werke widmeten, den Gottesdienst durch Gesang zu verherrlichen. Die Leitung dieses Sängerchors übernahm der bewährte Lehrer des Gesanges, Heinrich Hecht. Ein neues Gebetbuch, von welchem der 1. Theil, den Gottesdienst der Sabbat- und Festtage enthaltend, kurz vorher erschienen war, und das auf drei Theile berechnet, ist bestimmt der Gottesverehrung in diesem Hause das Gepräge des in edelster Weise fortgeschrittenen, dem Schönheitssinne der Neuzeit Rechnung tragenden Kultus zu verleihen. Es enthält einen reichen Beitrag deutscher Gesänge und Gebete, die zumeist der gediegenen Feder des Rabbiners Stein ihr Dasein verdanken. Um die Feststellung der Grundzüge in diesem neuen Gebetbuche, hat sich eine Conferenz von benachbarten Rabbinern dankenswerthe Verdienste erworben. Es waren dies die Rabbiner, Dr. Adler zu Alzey, jezt in New- York, Dr. Anb in Mainz, Dr. Formstecher in Offenbach, Dr. Levi in Giessen, Präger in Mannheim, Süskind in Wiesbaden, welche unter dem Vorsitz des Rabbiners Stein zu dreimaliger Berathung, in Wiesbaden, Giessen und Frankfurt, — 1854, 1855 und 1857 — zusammen traten. Außerdem wurde die Tendenz des neuen Gebetbuches durch eine liturgische Comission der gewissenhaftesten Prüfung unterzogen. Diese Komission bestehend aus folgenden gesetzkundigen Männern der Frankfurter Gemeinde, H. H. Dr. Jakob Weil als Vorsitzendem, I. S. Adler, Dr. Jakob Auerbach, Jakob Bechhold, Leop. Beer, Dr. Michael Hess (jüngst verstorben), Prof. Moritz Oppenheim (der bekannte Maler), arbeitete fast ein ganzes Jahr an dem schwierigen Werke. Werthvolle Weihegeschenke von köstlicher Arbeit, silberne und goldene Geräthe, herrliche Draperien, aufs reichste gestickt, waren von edlen und hochherzigen Männern und Frauen der Gemeinde gestiftet worden. Eine Reihe dieser Geschenke, gewidmet von Frau Louise Stern, zog an den Schaufenstern ihres Verfertigers, des Juveliers Schurmann, mehrere Tage lang die Aufmerksamkeit alter Vorübergehenden auf sich. Zum Tage der Einweihung, war der Abend des 23. und der 24. März, Freitag und Samstag bestimmt. Beide Tage, als Neumondstage des Befreiungsmonats Nissan, waren glücklich gewählt. Zugleich hatte man das schöne Fest an der Pforte des Frühlings, nahe an dem Eintritte der Frühlingstag- und Nachtgleiche anberanmt. Trotz des ungeheueren Zndrangeö zu den Plätzen

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