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Ben Chananja · 1860-01-01 · 6 (1860) · p. Seite 303

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 303 (sequence 43)
Language
German
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- 303 — und zwar: Einweihung einer Synagoge, eines Begräbnißplatzes, (der Einw. eines Schnlhanses ist nicht vorgesehen), Beschneidung, Eonfirmation (sehr ansfnhrlich, theits nach Stein), Trauung, Leichenbegängniß (192—212), Gebete bei ungünstiger Witterung, beim Eintritt besserer Witterung, für ein neugebornes Kind, für Neuvermählte, für Kranke. Der zweite der häuslichen Andacht gewidmete Theil enthalt Gebete für Wochentage, Festtage, besondere Verhältnisse, Krankheiten, Sterbcfälle und ans dem Friedhofe. Was nun die Betrachtungen über die Thora betrifft, so zeichnen-sie sich nach Inhalt und Form durch eine edle Einfachheit ans, welche jüngeren Nabbitten und Predigern zur Nachahmung empfohlen zu werden verdient. Erbaunng und Andacht werden durch solch gesunde Geisteskost in viel höhcrm Maße gefördert, als durch das Haschen nach Witzen und geistreichen Einfällen, durch welche manche jüngere Redner den alten Derusch in Aufnahme zu bringen suchen. Was wir jedoch in den Betrachtungen vermissen, ist die Benützung der nachpentatenchischen — biblischen und nachbiblischen — Literatur. Und doch hatten jeder Betrachtung auf die ungezwungenste Weise paffende Belegstellen ans den andern Religionsquellen eingeflochten werden können. Die Freunde symbolischer Deutung werden an mehr denn einer Stelle der ihnen zusagenden Meihode der Schriftanwendung begegnen; z. B. S. 62: ״In dem dargebrachten Mehle, Ohle, oder Weihrauche dankten sie dem gütigen Vater, daß er seine Gaben in so reichem Maße gespendet und nur Weniges zu Anerkennung seines Segens fordert. Mit dem anfsteigenden Weihrauche erhob sich durch solche Erkenntniß das fromme Gemüth zu den himmlischen Höhen!" Dagegen ist das S. 42. von der Wolken- und Feuersäule Gesagte mindestens nicht adäquat ausgedrückt. In den Neujahrsgebeten hätte tiefer auf den dogmatischen Gedanten des Festes eiugegangen werden sollen. Die Gebete S. 129. 130. nach den Absätzen des Schofars enthalten zu viel Gekünsteltes, das mit dem im ganzen Buche herrschenden, gesunden Geist nicht in Nebereinstimmuug zu bringen ist. Das hebräische Gebet S. 157., in welchem die Spenden für die Armen in Jerusalem besonders erwähnt worden, haben wir in keinem altern Gebctbnche gefunden. In dem hebräischen Gebete S. 78. ist folgende Stelle: ותרצה בתשובת עמך אם י-עט ואם הרבה inhaltlich nicht zu rechtfertigen. Der angeführte Grundsatz ist in den Quellen wohl in Beziehung auf Opfer und Almosen, nicht aber in Beziehung ans Buße ausgesprochen; das darauf folgende שיהיה ist grammatisch unrichtig. Die Anwendung von Pf. 118, 19. bei Einweihung eines Begrabnißplatzes (S. 180.) scheint uns nicht paffend, da die Pforten zu einem Orte führen, wo ״alle Lebende sich versammeln." Nicht einverstanden sind wir auch mit der Deutung S. 190. ״Dieser Ring heißt Trauring und belehrt Sie, daß ihre Verbindung auf gegenseitiges Vertrauen sich stützet." טבעת של ק ד ו ש י ן hat mit Vertrauen gar nichts gemein. Aber selbst das deutsche ״trauen"----ehelich verbinden hängt nicht mit dem Vertrauen zusammen, worauf die eheliche Verbindung sich stüzt, jondern auf die Treue, di? sie erzeugen soll: Trauen----treu machen, einen treuen

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