Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 281 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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— 281 — werden die Gebete eingetheilt, und die Theile wieder eingetheilt? 1. 2. 3. u. s. f. laßt das alles wacker auswendig lernen, fein Aufsagen, bet Prüfungen Parade damit machen, gebt 1. 2. Und 3. Klasse für den langen Paragraf und ihr habt alles damit gethan, daß das Kind nie beten lernt, vielmehr mit Schauder und Grauen an den langen Paragraf und die 2. Klaffe denkt, — oder mit Stolz auf seinen Triumph, hat es die Eminenz-Note und nicht den lieben Gott im Herzen. Mich dünkt das so einfach, und erfahrungsmäßig, daß darüber kaum mehr ein Wort verloren zu werden braucht. Wenn man in unseren Kreisen die Klage hört, daß seit dem die Leitfäden, Katechismen in den Händen der Jugend sind, auch Gläubigkeit und Religiosität abgenommen haben; so mag man vielleicht hie und da Ursache mit Wirkung verwechsein. Vielleicht daß man, nachdem die Religiosität aus den Häufern geschwunden war, versucht hat das lendenlahme Gefühl durch logische Krücken zu ersetzen. Aber gewiß ist's, daß man dadurch den Schaden nicht geheilt hat, wenn man den Glauben zur Arena für Denk- und Sprechübungen, zum Tummelplätze von Diversionen, Definitionen und sogenannten Beweisen umbrochen hat. Gewiß ist's, daß man hiebei das Wesen der Religion verkannt, der Natur des Kindes einen sich rächenden Zwang angethan hat. Lernen wir daher Religion pflanzen, wie man Kunstsinn Pflanzt, wie man zu einem Ideale überhaupt erziehet. Wie? das wollen wir kurz sagen, verstehet sich, soweit es die Religion im Allgemeinen, nicht irgend eine spezielle betrifft. Die Unterste Stufe bildet die religiöse Uebnng, der sinnlich wahrnehmbare Kultus. Je jünger ein Kind, desto mehr fühlt es sich auf lebendige T h ä t i g k e i t hingedrängt. Beim Kinde stehet Denken und Fühlen im viel unmittelbarerem Verhältnisse zum Thun und Handeln, als beim Erwachsenen. Kinder lieben es daher Zeremonien zu halten, sind sehr pünktlich in Erfüllung solcher Ge- .bote, die sich auf äußere Thätigkeit beziehen, und dieser Hang muß benützt werden. Man lehre sie kurze Gebete sprechen, lasse sie dasjenige ans dem gebotenen Kultus üben, das für ihr Alter paßt, deute es ihnen, so viel ihr Geist es gestattet, אחד חכם ואחר תס, wie die Pesfachlitnrgie sagt, für deren jeden eine