Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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— 279 — zusammenhängt, kehrt es nach dem zwingenden Gesetze seiner Natur wieder ein. Das religiöse Ideal tritt als KnltuS, als äußere Gottesverehrung, in die Welt der Erscheinungen ein. Aus dem Kult und dem Symbol entwickeln sich aber leicht neue religiöse Anschauungen, die, wenn sie nicht überwacht werden, entarten können. Da aber zudem der Kult als Ausdruck der Idee ein gemeinverständlicher sein muß; so kann er auch nicht dem Belieben des Individuums überlassen werden. Er ist entweder Ausfluß eines höher» Willens, dem sich der Willen des Einzelnen unterordnet, oder aus dem Gesammtwillen einer Mehrheit von Menschen entsprungen. In beiden Fällen ist nicht daran zu denken, daß er ohne Dazuthun von selbst in jedem Kinde gleichmäßig entwickelt werde. Der Kultus muß überliefert, also gelehrt werden, und das ist der 3. Grund und Zweck des Religionsünterrichtes in der Schule. Kennen wir aber diese Zwecke, wie sie sich theils aus dem Begriffe Religion, theils aus der allgemein-menschlichen Natur des Jdealistrungsvermögens ohne Rücksicht ans irgend eine bestimmte Consession ergeben; so werden wir auch die Unterrichtsmittel zu wählen wissen. Vor allem wird klar, wie sich das Jdealisirungsvermötzen zum constrnirenden Verstände verhält. Wohl kann, wohl wird sich die Reflerion des durch die Jdealistrung gewonnenen Stoffes bemächtigen, und ihn in ihrer Weise verarbeiten, aber das Ideal bedarf derselben nicht. Es hat seine eigenen Gänge und Wege, von der Reflerion unabhängig. Zweckmäßig und wohlthätig wird aber der schematistrende Verstand auf den idealen Stoff wirken, um durch die ausgestellte Ordnung, Haltung und Gerüste, gleich dem Knochengebände, abzugeben. Aber Spannkraft, Elastizität, lebendige Ergriffenheit und lebendiges Ergreifen, gleichsam die Muskulatnr und die Nerventhätigkeit werden nie von ihm ausgehen. Der Faktor des Verstandes, das System wird daher erst als letzte Feile des Unterrichtes etwa in einer obersten Klaffe zur An- Wendung gelangen. Doch Festigkeit im Glauben darf man sich nirgends von ihm versprechen. Die logische Formel, das steife Schema befriediget, ans religiöse Themen angewendet, weder Geist 17*