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Ben Chananja · 1860-01-01 · 6 (1860) · p. Seite 277

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
6 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 277 (sequence 17)
Language
German
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277 — Folge der wirkenden Naturgesetze; wie ferner der geistige- Organismns nicht umhin kann wahrzuuehmen, Begriffe zu bilden, zu urtheilen Und zu schließen! so drängt es die Seele sich alle Dinge in ihrem Ideale zu denken, die Eigenschaften bis zum höchsten Grade sich gesteigert vorzustellen, in Folge der Naturgesetze des Geistes. Wie man mit Zuversicht bei jedem gesunden Menschen auf einen Grad von Gedächtniß, Phantasie, Verstand u. s. w. rechneu kann; so kann man überall ein Jdealisirungsvermögen annehmen. Der Trieb zu steigern, muß endlich seine Befriedigung und seine Gränzen finden, d. h. er langt zuletzt bet einem Ideal aller Ideale, bei dem allervollkommensten Wesen, bei — Gott an, über den hinaus kein Ideal mehr reicht. Es gibt einen Gott, ein höchstes Wesen, braucht daher so wenig gelehrt zu werden, als: Es gibt eine Wahrheit; der Gottheitsdrang ist uns angeboren, und braucht nur gebildet, vor Mißleituug bewahrt zu werden. Es gibt nichts natürlicheres, als daß die Bibel gar nicht damit beginnt zu lehren, es gebe einen Gott, weil sich dieß eben von selbst verstünde; — aber das mußte gelehrt werden, daß der Gott, den jeder Geist zuverlässig kennt und fühlt, Himmel und Erde erschaffen habe. Wer in psychologischen Untersuchungen nur einige Gewandtheit hat, wird sich die Gesetze, nach denen sich das Jdealistrungsvermögen, also das Vermögen für Religion entwickelt, das Verhältniß in denen es zu den andern Seelenkräften stehet, aus dem Gesagten leicht ableiten. Wir heben für den Religionslehrer hier die wichtigsten Resultate einer solchen Untersuchung hervor: Die Gottheit, die wir verehren, ist das Ideal aller Vollkommenheit, das wir nach unserem Bildungsgrade zu schaffen sähig sind. Mit der Kraft zu idealisiren, die selber durch Erweiternng unserer allgemeinen Bildung wächst, mit der Entwickelung unseres sittlichen Bewnßtsein's steigert sich der Heilig- und Geistigkeitsbegriff, den wir von Gott haben. Die Bildungsstufen der einzelnen Menschen, entsprechen hierin vollkommen den Entwickelungsstufen der Völker. Von dem krassesten Fetischismus bis hinauf zur schwindlenden Höhe des durch begriffliche Construktion abstrahtrten absoluten Weltengeistes, vom blöden, abenteuerlichen Köhlerglauben, bis zur geläutertsten Denkgläubigkeit, steht eine; »«» W-». n. M«0. 17

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