Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 6 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 272 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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272 — auch nicht gleichgiltig. Ja! wenn sich irgendwo etwa eine Rückkehr zur alten Chederwirtschaft als angebliche Consequenz meiner Behauptung praktische Geltung verschafft; so ist es geradezu meine Pflicht, die häßlich-böse Warze, die sich da aus meinem Gedankenorganismus durch Beimischung fremder Säfte herausgewachsen hat, ausheben zu helfen, selbst auf die Gefahr hin, etwas tiefer als nöthig in's gesunde Fleisch hinein zu schneiden. So bin ich es dem Hrn. Dr. H. zu danken schuldig, daß durch ihn eine spezifisch-jüdische Schulfrage, der ich seit einer Reihe von Jahren mein Denken und Mühen zugeweudet, in Anregung gebracht, und mir wieder Gelegenheit geboten wird, mich eines Weitern darüber zu ergehen. Nur gestehe ich, daß der ehrenwerthe Herr Gegner wie, nach dem Aussprüche Lessings, alle edlere Menschen zumeist Tugenden befürwortet, deren Anpreisung in seinem Munde wenigstens nicht wie Selbstlob klinget; denn eben Logik, System, streng schematische Anordnung, die H. H. als didaktische Mittel in Schutz nimmt, find es, die wir an seinem Aufsätze zu unserem Bedauern vermissen. Und das ist mir mehr, als man denken wird, ärgerlich und unbequem. Denn da ich im Drange der Umstände das Wort erst hier unter der Feder reif werden lasse, so wäre es mir erwünscht gewesen, bei meiner Erwiederung dem Herrn Gegner nur Schritt für Schritt folgen zu dürfen. Allein Herr Dr. Hecht hat uns mit merkwürdiger Selbstverläugnung seines Prinzipes auch dieses Vortheiles beraubt. Sein Aussatz entbehrt eben jener sorgfältigen Architektonik, die der Urheber für den Unterricht beansprucht. Nicht nur werden die von uns erhobenen Bedenken gegen die Katechismen, wie es doch die Ordnung verlangt hätte, nicht beschwichtiget; sondern auch die Darstellung der entgegengesetzten Ansicht, hat keinen Plan zu Grunde liegen. Der Verfasser springt von theoretischem zu praktischem Erforderniß, von Innern zu äußern Gründen, und wieder zurück, daß wir uns bei dieser Entgegnung erst nach einer strengen Dis- Position umsehen müssen. -Zwar verspricht H. Dr. H. im Eingänge, seine Behauptung aus a) einem historischen, b) pädagogischen, c) psychologischen, d) theologischen Grunde zu deduziren. Allein schon diese Einteilung verstößt gegen das logische