Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 258 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543081--1481-2545192- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
258 — Jore dea Absch. 16. 8 7). Und solche und dergleichen Aussprüche stellt Herr Philippson nicht im Wege der Forschung, sondern ganz apobictisch hin; da haben wahrlich die frommen 40 Herren Rabbiner das Recht zu warnen, und gegen solche Deutungen zu protestiren. Und wieder nicht im Wege der Forschung, sondern ganz offen und unumwunden spricht Herr Philippson von spater gemachten Zusätzen und Abänderungen in der h. Tora, da hat der Verfasser der ״Fackel der Wahrheit" wieder ein Recht zu sagen, daß nach dem Ausspruche der thalmudischen Lehre der Urheber solcher Äußerungen ein כומר genannt werden müßte. Aber im Projekte des Herrn vr. Philippson ist bloß die Rede voll einer billigen hebräischen Bibel mit deutscher Uebersetzung für Gemeinden und Schulen; und wie,eine Uebersetzung rein raditionell gehalten werden sollte, das übersteigt meine Fassungskraft. * . Sollte man übersetzen ארבעים יכנו Vierzig weniger eins? oder והיה הבכור וכר der älteste Bruder soll die Leviratsehe vollziehen, aber nur wenn ste gebährungs-und erzeugungsfähig ist? u. s. w. Oder ״ לא תבשר וכרDu sollst Fleisch in Milch weder essen noch genießen noch kochen", aber nur solches Fleisch, dessen Mutter Milch hat n. s. w.? Oder הראשון Ol'Ä ״ אךAm Tage, vor dem ersten Tage nach der sechsten Tagesstunde" u. s. w>? Oder אל יצא ״ וכו'du sollst nichts tragen von einem privaten in einen öffentlichen Raum." Und solche Stellen gibt es Hunderte! Ist eine derartige Uebersetzung zu wünschen? Ja dürfte sie gar geschehen? Müßte man einem solchen Uebersetzer nicht zurusen: התורה מכסה ואת מגלה? Da der Heilige, gelobt sei er, das Gebot unter diesen Worten ausgedrückt haben will und die Deutung der Tradition überläßt, so darf auch die Uebersetzung nur den wörtlichen Sinn wiedergeben. (Siehe übrigens Maimonides H. Mamrim welch einen Unterschied es macht, ob das Verbot mit klären Worten in der Tora oder durch traditionelle Deutung ausgedrückt wird.) Nehmen wir bloß die im Proteste inkriminirten Stellen! 1. M. 32, 33. übersetzt PH. ״Darum essen die Söhne Israels nicht die Spannader u. s. w." Kommt dazu sein Commentar: Die Spannaber verbietet kein eigentliches Gesetz u. s. w., so erscheint es gegen die Tradition gesprochen, ist also verwerflich und muß als schädlich für den Schulunterricht erklärt werden. Aber die einfache Uebersetzung für sich — wenn es auch besser heißen sollte: Darum sollen nicht essen u. s w, wird keinen einzige» Israeliten verleiten, das Verbot der Spannader aufzuheben. 3. M. 15, 24. übersetzt PH: Und wenn ein Mann bei ihr schläft, und ihre