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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 253

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 253 (sequence 97)
Language
German
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-- 253 — verschmer zen— et hinc illae lacrimae — daß nicht auch Rabbiner und Prediger mit in die Deputation gewählt worden sind. Darauf haben wir zu erwidern: Ueber das numerische Verhältniß der Mitglieder einer Deputation läßt sich nicht streiten. Darüber mag jede Commune ihre eigene Ansicht haben. Haben andere Städte und Länder es für angemessen und rathsam gehalten, den Dank ihrer israelitischen Glaub.ensgenossen durch eine größere Anzahl von Vertretern an den Stufen des Thrones abzustatten, so mochten sie gewiß ihre besonderen Gründe dafür gehabt haben. Hierlands fand man keine Ursache, eine Ausnahme von früheru Vorgängen zu machen und eine größere Anzahl von Männern in die Deputation zu wählen als bei früheren ähnlichen Veranlaffungen z. B. im Jahre 1849 nach ertheilter vollständiger Cmancipation oder im Jahre 1854 vor der Vermählung Sr. k. k. Majestät der Fall war. Zu einer solchen Depation glaubte man aber und gewiß mit Recht zunächst jene Männer berufen, die als behördlich autoristrte Repräsentanten die Interessen der böhmischen Israeliten nach Außen zu vertreten haben. Daß es unter den Rabbinen Böhmens so wie anderer Länder würdige nicht nur durch ihre hohe Bildüng, sondern was noch mehr ist, durch ihr makelloses Leben ausgezeichnete und allgemein geachtete Männer gebe, Männer, die in ihrem heiligen Eifer den Kampf für die Ehre und die Interessen des Judenthums nicht scheuen und ihn durch Wort und That bekunden, und derer man sich allerdings nicht .. zu schämen braucht, Männer, die auch durch die Gabe der Sprache und die Macht des Wortes, die Gesammtheit der Glaubensgenossen würdig zu vertreten geeignet sind; wer wollte dies läugnzn? und es würde gewiß die Wahl auf die gefallen sein, wenn es sich um eine größere Vertretung vorzugsweise religiöser Interessen gehandelt hätte. In diese Kategorie gehören freilich nicht alle, die sich Rabbiner nennen und schreiben und ihre Rabbiner-Qualification durch ämtliche Dokumente verbrieft Nachweisen. Dagegen müssen wir es gerade zu als Anmaßung erklären, wenn Individuen, die trotz mehrfach ihnen gebotener Gelegenheit aus ihrer behaglichen, ihnen durch Amt und Würde zu Theil gewordellen Stellung nie zu einem gedeihlichen und thatkrästigen Wirken heranstreten, Ehre und Anerkennnng auch dort in Anspruch nehmen, wo sie sich als that- und theilnamslose Zuschauer geritten; und so zu Früchten participiren wollen, zu deren Gedeihen sie nichts beigetrage^l haben. Individuen dieser Art muß mit allem Ernste das: ״ne sntor ultra crepiclam" zugerufen werden. Mögen diese heiligen Männer den ihre^ Sorgfalt Hur Bebauung und Psiege überwiesenen Weinberg des Herrn — Gotteshaus, — Schule und andern frommen Zwecken gewidmete Gemeinde-Institute, wo es noch gar vieGs zu thun ist, was bisher in unverzeihlicher Weise unterlassen wordm ist, Pflegen, und Ehre und Anerkennung wird ihnen gewiß nicht ansbleiben. Mögen sie sich aber nicht in Angelegenheiten mischen, für die sie nie ein Interesse gezeigt haben. Wir haben es für unsere Pflicht gehalten, gegen ein solches Treiben einmal ein, Wort strenger Rüge auszusprechen, um die Lust zu ähnlichen Umtrieben für die Folge zu benehmen. Die Prager Jsraeliten-Gemeinde ist eine

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