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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 252

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 252 (sequence 96)
Language
German
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252 — Niemand unterschätzt werde, als vielmehr in der moralischen Erhebung, in der Ehrenrettunng, die ihnen durch das kaiserliche GnadenworL ihren christlichen Mitbürgern gegenüber zu Theil geworden; in dem Bewußtsein, in dem Vaterlande, denl sie mit ihrem Blute angehören und in dessen Boden ste mit alten Fasern ihres innersten Lebens wurzeln, eine bleibende Stätte, eine liebgewordene,, nie aufgegebene Heimat wieder erlangt zu haben, an die sie nunmehr durch natürliche Bande noch fester geknüpft wurden. Se. Majestät geruhten diese Worte allergnädigft anzuhören, die überreichte Dankadresse zu übernehmen und Sich in den huldvollsten Ausdrücken über die seinen israelitischen Unterthanen gewährte freiere Stellung und die sich daran knüpfenden Erwartungen anszusprechen. Eine nicht minder liebevolle und freundliche Aufnahme wurde der Deputation auch VM den Ministern zu Theil, von denen mehrere in eine detaitlirte Besprechung jüdischer Zustände und Verhältnisse eingingen, sämmtliche aber ihre Freude über das Gewährte und den dadurch bekimdeten Fortschritt äußerten. Während so unsere Deputation, aus den achtbarsten Männern der hiesigell und der Landesjudenschaft bestehend, der ihr gewordenen Mission geräusch- und harmlos, gber gewissenhaft und nicht ohne Opfer au Zeit und Geld sich zn entledigen bemüht^ war, verabsäumte man hier nicht von gewisser Seite her in pfäffischer und zelotischer Weise zu rumoren, zu intriguiren und zn Hetzen, Personen zu verdächtigen und der vereinzelnten Mißstimmung verletzter Selbstsucht mit heuchlerischer Miene die Bedeutung allgemeiner Mißbilligung zu geben. Wir würden derlei aus den unlautersten Motiven hervorgegangene Umtriebe nicht der Erwähnung Werth erachten, sondern den Urheber derselben der verdienten Verachtung Preis geben, wenn nicht, wie uns von gl'aubenswürdiger Seite versichert wird, eine hier allgemeinen bekannte und verehrte Persönlichkeit durch heuchlerische Insinnation sich zum Complice derselben hätte mißbrauchen lassen und die vana sine viribus ira gekränkter Eitelkeit in einer in Nr. l2 der Wiener Mittheilungen enthaltenen anonymen Eorrespondenz, einem Gemische von Anmaßung und Kriecherei, zweideutigen Lobes und unbegründeten Tadels, deren Verfasser oder Instigatenr nicht schwer zn errathen ist, ihren Unmuth in einer Weise kundgegeben hätte, die eine strengen Rüge verdient und daher nicht uuerwiedert bleiben darf. Zwei Punkte sind es, über deren Unverantwortlichkeit jener äußerst gewissenhafte Correspondent sein aufgeregtes Gewissen nicht zu beschwichtigen vermag. Zunächst ob die Mitglieder unserer Deputation auch rite et legitime gewählt und mit votlgültigern Mandate versehen gewesen seien. Doch darüber scheint er sich bald zu beruhigen; er ist großmuthig genug die Legitimation der einzelnen Mitglieder (als ob er davon nicht ganz überzeugt wäre) zu präsumiren; wir haben daher weiter nicht nothwendig, ein Mort darüber zu verlieren. Doch darum ist es unserm Anonymus auch nicht zu thun. Was ihn so gewaltig in Harnisch bringt und woran er vorzüglich Anstoß nimmt, ist daß die gesammte böhmische Judenschaft nur durch eine Deputation von sechs, sage sechs Mitgliedern und nicht nach dem B-eispiele der Israeliten eines andern Kronlandes durch eine größere Anzahl von Individuen vertreten worden ist; und insbesondere kann er es nicht

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