Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 251 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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— 251 Grundstück mit Wirtschaftsgebäuden zu übernehmen, und im Kleinen die geeigneten Mittel und Wege zu erproben wie man später im Großen zu Werke gehen soll? Dazu würden schon jetzt die aufgebrachten Mittel hinreichen, während fle zu einem förmlichen Ankauf erst mühsam und langwierig zusammengebracht werden müssen. — Bei einer solchen Pachtung braucht man auf keinen Nutzen zu sehen, und kann Anfangs selbst auf einen jährlichen kleinen Verlust gefaßt sein, ohne die Existenz des Vereines aufs Spiel zu setzen, wie es bei einem sofortigen weirausehenden Plane der Fall wäre, wenn man ohne erst die vielfältigen Erfahrungen gesammelt zu haben, zur Ausführung desselben schreiten würde. וחיה ראשיתך מצער ואחריתך ישגא מאוד• L. R. Landau. Prag, den 6. April. Nach längerer Unterbrechung, wahrend welcher sich, Dank dem Himmel, in den Rechtsverhältnissen der Juden Österreichs gar vieles zum Bessern gewendet und die Zukunft sich hoffnungsvoller zu gestalten begonnen hat, finde ich mich wieder einmal veranlaßt, über Zustände und Stimmungen, wie sich solche hier und aus dem flachen Lande kund gaben, Jhnen Bericht' zu erstatten. Wie allenthalben, so wurden auch hier die in der letzten Zeit erlassenen allerhöchsten Entschließungen, durch welche die meisten der bisher bestandenen, die Juden in ihrem bürgerlichen Verkehr beschränkenden, mitunter beschimpfenden Gesetze aufgehoben wurden, mit Jubel begrüßt, und ihre hohe Bedeutung für die Fortentwicklung der nunmehr entfesselten Kateriellen Kräfte dankbar anerkannt. Der Dank manifestirte sich auf mannigfache Weise im Gotteshaufe, im stillen Familienkreise, durch Stiftungen, Schaffung neuer Institute, durch welche das Andenken an die Gnade des allerhöchsten Spenders für alle Zeiten erhalten werden sollte. Es wurde auch eine Deputation nach Wien abgesandt, um eine von dem Gemeinde-Sekretär, H. Soliman Edlen v. Hönigsberg entworfene und von den H. H. Prof. Dr. Wessely und D1\ Wiener redigirte Dankadresse Sr.' Majestät zu überreichen und die Gefühle tief empfundenen Dankes und treuer Gesinnnung unmittelbar an den Stufen des geheiligten Thrones kund zu geben. Die Deputation bestand mit Ausnahme des damals zum großen Bedauern der Gemeinde durch Ktankheit verhinderten würdigen und höchst verdienten Vorsitzenden HE. Wehli, an dessen Stelle H. Dr. Wiener gewählt wurde, aus denselben Mitgliedern die in ähnlicher Mission vor mehreren Monaten nach Wien gegangen waren, um dem zum Minister des Innern ernannten Grafen Goluchowsky im Namen ihrer böhmischen Glaubensbrüder die Aufwartung zu machen, und die Juden-Frage, deren baldige Lösung in Aussicht gestellt war, ihm ans Herz zu legen. In der an Sr. k. k. Majestät gerichteten Ansprache, sprach der Wortführer, Proseffor Dr. Wessely, den tiefgefühlten Dank seiner böhmischen Glaubensgenossen für die in der letzten Zeit erfloffenen die bürgerlichen Rechte der Israeliten erweiternden allerhöchsten Entschließungen aus, deren hohe Bedeutung man nicht so sehr in den materiellen Vortheilen erblicket, die den Israeliten aus der ihnen gestatteten freiem Bewegung erwachsen, und deren Wichtigkeit gewiß von