Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 250

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 250 (sequence 94)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543081--1473-2545184
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

— 250 segensreiche Wirksamkeit enthalten. In Ungarn bestehen solche bereits außer Pest auch noch in Groß-Kanischa und Arad, und sie könnten noch in vielen andern mehr oder weniger bedeutenden Gemeinden errichtet werden. Junge Be- Werber würden überall sich vorfindeu, und können nach Maßgabe der aufzubringenden Mittel bei Meistern unterbracht, und sorgfältig überwacht, für ihre Bestimmung ausgebildet und unterstützt׳ werden. Namentlich ist Pest mit seiner steigenden israelitischen Bevölkerung und. den bedeutenden Lehrkräften und Mitteln, die dem Vereine hier zu Gebote stehen, der geeigneteste Ort dazu. Für einen Ackerbau-Verein hingegen, ist der Boden in Pest nicht genug ergiebig, und die hier ausgewachsene Jugend weder geneigt, noch abgehärtet genug, um sich den Arbeiten und Entbehrungen des Landmannes für die Dauer zu unterwerfen. Ein Ackerbau-Verein muß ferner über große Mittel zu verfügen haben, um auf diesem weiten Gebiete irgend einen nennenswerthen Erfolg zu erzielen. Der Ausschuß muß endlich aus Fachmännern bestehen, die sich der Sache mit eben dem Eifer widmen, als die Mitglieder des Vereines zum Zwecke der Verbreitnng des Handwerks bis jetzt entwickelt haben, und die ihrem wohlthätigen Streben nicht entzogen werden sollen. Nach meinem Dafürhalten wäre es daher auch jetzt am zweckmäßigsten für den landeswirthschaftlichen Bestrebungen einen eigenen Verein zu bilden, dessen Hauptfitz zwar in Pest bleiben kann, aber mit Filialen in den andern Gemeinden, besonders in jenen fruchtbaren Gegenden Ungarns, deren Bevölkerung sich zumeist und mit -Vorliebe dem Ackerbau widmet, und wo dieses Beispiel auch auf-die Geistes- und Willensrichtung der jüdischen Einwohner einen mächtigen Einfiuß übte. — Dort könnte man später irgend ein bequem gelegenes Gut auf Aktien ankaufen, und durch israelitische Arbeiter, Groß und Klein, unter Aufsicht von Sachverständigen bearbeiten und rationell bewirthschaften lassen. — Aktionäre würden nicht schwer aufzutreiben sein, da das Unternehmen mit der Zeit seine guten Zinsen tragen würde. — Dieser Plan, wenn er auch durchgehen sollte, erfordert indessen emige Zeit, bis er ins Leben geführt werden kann. Bis dahin aber muß ich der in der Generalversammlung gesprochenen Ansicht entgegen treten, daß man gleich damit anfange, die uns a. h. gewährte Besitzfähigkeit zn benützen, und einen durch veranstaltete Sammlungen aufzubringenden Fond zum Ankauf von Feldern zu verwenden, um sie mit jüdischen Händen umbauen zu lassen. — Vielmehr kann ich nicht genug davor warnen, ans einem Gebiete, das für uns noch eine terra incognita ist, — ich meine die Art und Weise wie am besten und sichersten züm ersehnten Ziele zu gelangen sei, — wo man nur gleichsam tappend und versuchsweise Vorgehen darf, irgend einen Schritt zu wagen, der alle Mittel auf einmal absorbiren und im Fall des Mißlingens den Verein auf lange Zeit lähmen, und zum Stillstand nöthigen würde. Wäre es nicht weit ersprießlicher vor der Hand nur Pachtweise in der Nähe von Pest, — zumal da die Eisenbahn uns in verschiedenen Richtungen viele sonst als entfernt liegende Strecken nahe gebracht hat, ein angemessenes

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.