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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 249

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 249 (sequence 93)
Language
German
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— 249 — nachdem eine bloße Privatäußerung hierüber im v. I. unbeachtet blieb, auf dem Wege der Presse ausführlicher darauf einzugehen, und hoffe, daß den leitenden Männern des Vereines selbst an dem Wohl desselben zu sehr gelegen ist, um sich künftig über die wichtigen Gründe hinweg zu setzen, die ich hier gegen das jetzige Verfahren bei den Wahlen vorznbringen mir erlaubte. — Ich fühle mich um so mehr dazu berechtigt und gedrängt, da ich es war, der den Verein zuerst angeregt hat, urrd zur Vertheidigung der schließlich von mir redigirten Statuten zunächst berufen sein dürste. — Meine zweite Bemerkung betrifft die Beförderung des Ackerbaues unter unseren ungarischen Glaubensgenoffen, wobei ich mich, bei der Reichhaltigkeit des Stoffes, so kurz als möglich fassen muß, um den mir gegönnten Raum nicht zu überschreiten. — Mein Aufruf zur Gründung des Vereines war blos auf die Verbreitung der Handwerke unter die Israeliten Ungarns, besonders der schweren und selten betriebenen, gerichtet. In dem darauf gebildeten provisorischen Eomite zur Entwerfung der Statuten wurde erst der Vorschlag gemacht, den Zweck des Vereines auch auf den Ackerbau auszudehnen. Ich erinnere mich ihn damals entschieden bekämpft zu haben; besonders weil die Kräfte des Vereines dadurch zu sehr zersplittert, und auf einen Gegenstand gelenkt würden, für den wir in den damaligen Umständen nichts zu leisten im Stande waren. — Beim Handwerk kann'man mit wenigen Kosten viel wirken, indem jede neue Werkstatt eines jüdischen Meisters in einem sonst wenig betriebenen Gewerbe, zu einer Bildungsanstalt für viele jüdische Lehrlinge und Gesellen, und zu einer Pflanzftätte anderer Meister sich gestaltet, die sich ins unendliche vervielfältigen können. — Beim Ackerbau hingegen kann nur mit vielen Opfern wenig geleistet werden, und es lohnt sich kaum, viele kleine Gaben von 2 bis 10 si. jährlich zu sammeln, um sie für die Aufnahme, Unterhaltung und Erziehung eines der unmittelbaren Aufsicht des Vereines entrückten Knaben zum Feldbau zu verwenden, dessen Ausdauer und Beruf dazu so zweifelhaft ist. Die Mehrheit entschied sich demohngeachtet dafür, und so hat im Namen des Vereines der Ackerbau so lange figurirt, ohne daß bis jetzt dafür etwas gethan werden könnte. Viele Versuche, worunter auch ein Rundschreiben an die andern Gemeinden in Ungarn blieben völlig fruchtlos. Niemand wird indessen den Verein für diese Unterlassung verantwortlich machen. Aber ein Namen verpflichtet, und es verräth einen Mangel an Voraussicht, oder wieder ein Hinwegsetzen über alle Formen, einen Titel angenommen und 17 Jahre beibehalten zu haben, dem durchaus nicht entsprochen werden konnte, und der dem Verein nur als leere Spiegelfechterei ausgelegt werden mußte. Glücklicher Weise sind die Umstände jetzt anders und günstiger geworden. — Noch immer bin ich indessen der Meinung , daß es rathsamer sei, die Mittel des Vereines auf den ersten Zweck desselben zu beschränken, für den Ackerbau hingegen einen besonderen Verein zu begründen. — Handwerksvereine find ihrer Tendenz nach localer Natur. Sie können in den engen Grenzen einer einzigen Stadt bleiben, und eine sehr wohlthätige,

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