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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 246

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 246 (sequence 90)
Language
German
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246 — wiederholt sich so oft einer aufgerufen wird. — Wir fragen, und erhalten die erquickliche Antwort, daß zwar der Rabbiner für die Beschränkung der ״Mischeberach" die Stimme erhoben, aber wegen des dadurch gefährdeten Synagogeneinkommens nicht durchdrintzen kann, und was das ärgerliche Hin- und Herfragen betrifft, habe es darin seinen Grund, daß der Kore alle jene, welche zu gewissen Zeiten seiner nicht gedenken, damit bestraft, daß er ihnen ״auf den Namen nicht kommen kann." Jetzt hat das Thoravorlesen sein Ende erreicht, und die Haftora wird vorgetragen. Sieh, wie alles hinausströmt, als gelte es einer großen Gefahr zu entrinnen, und wer bleiben will, wird vom Strome gewaltsam sortgeriffen. Wir fragen wieder, und die Antwort lautet: diese wilde Flucht gilt dem הזכרות נשמות; wohl hat der Rabbiner gegen diesen andachtstörenden Mißbrauch mit allen Waffen der Wistenschaft und der Ueberzeügung gekämpft, und seine Grundlosigkeit durch die anerkanntesten Autoritäten bewiesen; aber eben damit bot er der Oppositionspartei die bequemste Gelegenheit, um ihre Oppofition zur Geltung zu bringen. Jetzt beginnt das Muffafgebet. — Was ist denn wieder das? Der Cantor ganz allein sagt Piut, von der Gemeinde entfernt sich ein Theil, während sich der andere in Gruppen theilt, um die Tagesbegebenheiten zu besprechen. — Auf unsere Frage erfahren wir, daß der Piut seit lange schon in der Gemeinde sich überlebt, und nur die Opposition gegen den Rabbiner sei der Grund seiner Beibehaltung. So ist des Rabbiners Wirknngskreis in der Synagoge beschaffen. Es gibt keinen Ort, wo Oppofitionssucht, Parteileidenschaft und Privatgehäßigkeit einen freien! Spielraum hätten, keinen Ort, wo namentlich der Rabbiner der Oppositionssucht mehr ausgesetzt wäre, als das Gotteshaus. — Hier muß er geduldig die Mißbräuche üben sehen, gegen die er eifert, den Fortschritt hemmen, für den'er kämpft. Gewalt Witt, darf er nicht anwenden, der Friede soll um jeden Preis gewahrt werden, und doch — wirken! Und welche sind die Folgen solcher Verkehrtheit? Äußerer Glanz und innere Vorkommenheit; ein Tropfen Ordnung in einem Meer von Unordnung; Neubau und keine Erbauung, Choralgesang und keine Harmonie', der Schir-Zion auf unheimischem Boden. LorresMndmz. Wien, im März. Die feierliche Uebergabe des goldenen Verdienstkreuzes an den Taubstummen-Direktor Joel Deutsch, fand am 18. d. M. im Beisein mehrerer Statthalterei-Räthe, des Wiener Bürgermeisters, sämmtlicher Vertreter der Gemeinde, der beiden jüdischen Prediger und des Rabbiners, vieler Schulnotabilitäten, der beiden hiesigen Instituts-Direktoren, des Vorstandes des Taubstummen-Jnstitutes und eines gewählten Publikums im großen Lehr-Prüfungssaale der Anstalt statt, die Solennität ward mit einer Cantate

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