Mannheim
Compact Memory

Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 235

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 235 (sequence 79)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2542917-2543076-2543081--1458-2545169
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

235 — verschiedene Erklärungen als! Sohn des Südens, Sohn der Rechten, Sohn der Tage, des Alters u. dgl. schon darum ungiltig sind, weil eine solche Erklärung, wie gesagt, sonst in der Bibel selbst angegeben sein müßte — nichts Anders als בן מני d. i. Monogenes oder ״Sohn des Meni" sein. Wenn Gesenins (W. B. 8. v.) den Namen בנימן in der Bedeutung: ״Sohn des Glückes" nimmt, weil bei den Semiten die rechte Seite. Glück bedeute, so läßt sich diese Ansicht mit der unserigen sofern vereinigen, als eben Meni oder Monimos d. i. Hermes zugleich als ״Gott des Glückes" galt. — Doch während wir uns hier bemühen, eine geschichtliche Person mit Namen Monogenes ausfindig zu machen, jedenfalls aber an die geschichtliche Existenz eines solchen Mannes nicht zweifeln, ist und bleibt es immerhin auffallend, daß dem Bar Kochba dieser Name nur von Syncellus beigelegt wird. Dies wäre aber eben so auffallend, wenn Monogenes auch nur als Ehrentitel in der Bedeutung: ״alletngeborener" aufzufassen wäre. Andererseits Rcnue als ,תלמי—בתלצ1י D oder בל תלג,י aufzufaffen ist, hat bereits Hottinger richtig erkannt: (vgl. Simonis Ouowast. novi test. p. 126). Der sonst beliebten Herleitung dieses Namens von 7tt0lef.10g=17t0lef10g tritt Simonis (a. a. O.) schlagend mit der Bemerkung (ad Eurip. Hec. v. 32.) entgegen, wonach Deriwate auf alog nur von Wörtern ans x, §/, ag, ^g, 10g, 10v her-- kommen können. Die etwas abenteuerliche Erklärung, die Simonis, selbst (a. a. O.) und nach ihm, ohne ihn indessen zu kennen, Rappoport in seinem erwähnten Sendschreiben an Slonymski gibt, wonach Ptolomäus aus dem ägyptischen Artikel pi und dem biblischen Namen תלמי zusammengesetzt sei, ist vollends ganz unhaltbar, da sie von der falschen Voraussetzung ausgeht, als ob die ägyptisch-griechischen Könige die ersten gewesen wären , welche diesen Namen führten, während derselbe doch wie erwähnt schon bei Homer vorkommt. Als ein semitischer Name תלמי=בתלמי p oder בר תלמי , wie ihn Hottinger richtig auffaßt, ist er im Homer mcht befremdend, da bei ihm auch sonst semitische Namen Vorkommen, z. B. 3Ia^avog ()ילד) als Fluß- Name in Kreta (Od. 3, 292.) und in Griechenland (II. 7, 135). Wenn die Nabbinen diesen Namen durch תלמי statt בתלמי wiedergeben, so dachten sie dabei keineswegs an einen ägyptischen Artikel, wie Rappoport a. a. O. meint, sondern ließen das 2 weg, eben weil es die Stelle von p oder בר vertritt, welche ebenfalls beliebig weggelaffen werden können; abgesehen davon, daß im Thalmud auch bei andern Wörtern, in welchem zwei Cousonanten zusammentreffen, häufig der erste Consonant ausgestoßen wird, wie z. B. Ptisana thalmud. תי6ני; Balnea thalmud. בניה u. dgl. Ganz dasselbe was Ptolomeus, aber mit Beibehaltung des ל (oder fl ist der Name Bartholomeus (Matth. 10, 13. Marc. 3, 13. Act. 1, 13.), im Namen, den wir im Thalmud unter p fl תלמי (Bentholomäon) wieder erkennen, welches als Name eines Dämon (Mei’lah. 17. a.) und eines berüchtigten Gauners (Nedar. 25. a. Midr. Vajikra IV.) vorkommt; vielleicht war Letzterer eben kein anderer, als der berüchtigte Räuber, den Josesus unter dem Namen Jtolomäns kennt. Jtolomäus, Bartholomäus und Bentholomäus sind jedenfalls gleichbedeutende Namen.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.