Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 232 (sequence 76)
- Language
- German
- Belongs to
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— 232 — eine reine und genaue Ueberseßung des allgemein bekannten und gebrauchten griechischen Namens Hermogenes d. h. ״Sohn des Hermes" ist, welchen gerade zur Zeit unseres Bar Kochba beispielsweise auch der Leibavzt der Hadrian führte (Fabricius Biblioth. graeca I). Der Name Hermogenes hat seine Enstehung und Verbreitung offenbar eben der herrschenden Meinung von den günstigen Prognostiken, der in ihm liege, zu verdanken, und so ist es kein Wunder, wenn derselbe auch bei den Juden, nnter welchen, wie wir gesehen, dieselbe Meinung verbreitet war, in der entsprechenden Uebersetzung בר כוכבא Eingang und Ausnähme gefunden. Einen ähnlichen, ebenfalls von einem orientalischen Namen des Gottes Merkur herstammenden Menschennamen glauben wir, beiläufig bemerkt, in dem Namen Barnabas (Act. Apost. 9, 27. 11, 22. u. a. a. l.) zu erkennen. Merkur hieß nämlich bei den Chaldäern und Arabern נבו (Jesaias 49, vgl. die bibl. Wbb.), ein Name, der bekanntlich mit ״ נבאweißsagen" zusammenhängt, sofern Merknr zugleich als Gott der Weissagung, als Myov nQ0(frjtrji galt. Der Name Barnabas, der sonst als vTog naqaxhjaiog erklärt, (Act. 4. 36), also ebenfalls aus נבא zurückgesührt wird, dürfte demnach eigentlich, בר נבר heißen, so daß er gleich בר מנבא dem griechischen Hermogenes d. h. ״Sohn des Hermes" entsprochen wird. Vielleicht wäre es nicht ohne Interesse für die Aufhellung der dunklen Namen im Thalmud (Baba bathra 91. a,), wenn der daselbst vorkommende fingjrte Name בר נבי in בר נבן geändert würde. — Doch lassen wir diese Vermuthungen auf sich beruhen und kehren zu unserem בר בוכבא zurück. Der Name Hermogenes, den wir eben in בר בובבא erkannt, hatte zwar wie erwähnt eine günstige Bedeutung, indem er den Träger desselben als vir mercurialis bezeichnete, aber er konnte auch in einem schlimmen Sinne genommen werden, sofern Hermes bekanntlich nicht blos für den Gott der Künste und Wissenschaften, sondern auch für den des Diebstahls und Betruges ,EQ/irjg döhog, galt. In der That nannte man auch verschlagene und betrügerische Menschen gerade zu ״Söhne des Hermes," (Fustatb. ad Homer. 18, 1053). Daß auch diese Vorstellung in jüdischen Kreisen nicht unbekannt war, läßt sich zwar nicht nrknndlich Nachweisen, darf aber als selbstverständlich vorausgesetzt werden. Einen starken Anhalt dafür, glauben wir eben in der erwähnten Thatsache zu finden, daß die Juden den Namen בר בובבא so ohne Weiteres in בר בהיבא verwandelten. Die Lautähnlichkeit dieser zwei Namensformen ist zwar ziemlich nahe, um so naher, als der Planet Hermes oder Merknr, der hier nach unserer Er-