Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 227 (sequence 71)
- Language
- German
- Belongs to
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— 227 der Essener ist ohne Zweifel ein Erzeug« iß erterner Einflüsse, wogegen Josefns zu polemisiren scheint, indem er den Essenern, um dieselben von der antibiblischen prinzipiellen Verdammung des Familienlebens lossprechen zu können, das Motiv des Mißtrauens gegen die Weiber unterschiebt. Jndeß ist der essenische Geist in so fern auch in die alte Haggada gedrungen, als dieselbe Mosen »ach Uebernahme seiner profettschen Mission oder nach der Offenbarung auf dem Sinai dem ehelichen Umgänge ans immer entsagen läßt. 36) Aus der thalmndischen Zeit ist eine einzige Nachahinung dieses Beispieles bekannt, mehrere aber aus der Zeit der germanofränkischen Epigonen und ihrer Nachfolger in der nächsten Vergangenheit. 37) Nicht aus asketischen, sondern aus politischreligiösen Motiven entfuhr den tief gcdemüthigten Patrioten der Hadrianischen Zeit die bittere Äußerung, daß es rathsam wäre, auf die Fortpflanzung des so unmenschlich verfolgten Geschlechtes Abraham's ganz zu verzichten. 38) Dagegen hat man noch in neuerer Zeit den Versuch wiederholt, ein Institut asketischer Jungsranen und Witwen — einer Art Nonnen — selbst in die mosaische Zeit zu verlegen; die dafür angeführten Zeugnisse sind aber nichtsweniger als unzweideutig, 39) und würde ein solches Institut 36) Sifre zu 4. M. Nr. 99. SabS. 87, a. Jebam. 6S, a. und Thos. das. Schcm. r. Abschn. 19. Raschi zu 4. M. 12, 1. 37) Kidd. 81, b. und R. Sam. Edels das. Vielleicht das älteste Beispiel eines adulterium putativum! Zunz zur Gesch. S. 171. Anm. 6. Die Abstinenz Sabbathai Zebi's ist aus dessen Geschichte hinlänglich bekannt; er ist der Einzige dem in der jüdischen Geschichte ein conjugium virgineum zugeschricbcn wird. Aus neuerer Zeit nennt man R. Mardchai Benedikt in Nikolsburg, (dessen Biogr.) und R. David Deutsch in Waag-Neustadtl, als solche, die mit Uebercinstimmung ihrer Ehehälften den ehelichen Umgang unterbrachen. 38) B. Bathen 60, b. 39) L. M. 38, 8. 1. Sam. 2, 22. S. 916eit Esra zu elfterer St. Wegen Lui. 2, 87. hat sich Hengstenbcrg sehr angestrengt, hier ein Institut mit streng asketischem Charakter nachzuweisen (d. B. Mos. S. 194. ff). Baumgarten meint, es sei ganz in der Ordnung, daß eine solche Äußerung reiner Freiwilligkeit im Gottesdienste eben in dem weiblichen Geschlechte gefunden wurde, in dessen Natur die Selbstvcrlängunng und der Glaube einen 9lnpiüpfmigspmikt hat (Komm. z. St). 9luch Bunsen denkt an ״fromme Weiber׳ 14*