Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 225 (sequence 69)
- Language
- German
- Belongs to
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— 225 unverheiratete Person ist nur zur Hälfte ein Mensch." Dieser letzte oft zitirte Ausspruch findet stch aber auch im Thalmud, im Midrasch und bet Abraham Jbu Esra! 27) Fichte: ״In der Ehe wird die Geschlechtsvereinignng eine ganzliche Verschmelzung zweier vernünftiger Individuen in Eins;" sie werden nach der Bibel ״zu einem Fleische." Im Thalmud herrscht diese Anschauung so sehr vor, daß derselben auch polizeiliche und reit־־ gionsgesetzliche Bedeutsamkeit zugeschrieben wird. 28) Ganz im Geiste R. Johanan b. Beroka's lehrt Fichte: ״Es ist die absolute Bestimmung eines jeden Individuums beider Geschlechter, sich zu verehelichen!"2") Ja, in dieser Rücksicht ist der deutsche Philosoph sogar viel rigoroser als der Thalmnd. Letzterer läßt es nämlich gelten, wenn R. Simon b. Azzai seine Ehelosigkeit mit seiner unbegrenzten Liebe zum Studium des Gesetzes rechtfertiget. Fichte findet den freiwilligen Cölibat durch nichts gerechtfertiget; ״denn der Zweck, ein ganzer Mensch zu sein, ist höher, als jeder andere Zweck." 30) Das Beispiel Ben Azzai's fand keine Nachfolger, wiewohl während der thalmudischen und nachthalmudischen Zeit junge Gelehrte zuweilen Jahre laug entfernt von ihren Gattiuen ihren Studien oblagen, und wiewohl Maimonides die Ehe der Ruhe des spekulativen Lebens nicht eben zuträglich findet. a1) Ben Azzaiö Ehelosigkeit scheint eine Folge seines Essenismus gewesen zu sein. 32) Denn eine Kotierte der Essener hatte 27) Fichte's Werke IV. 332. Jebam. 63, a. Kah. r. 9, 9. :אינו ארם שלם A. E. zu LM. 1.1.:האיש ואשתו הוא רארם sa) Fichte das. 331. Ber. 24, a. Kethub. 66, a. :אשתו גופי׳ הלאו und die Parallelst. ”1 Fichte das. S. 332. Ferner das. S. 333: ״Der deutlich gedachte Vorsah, sich nie zu verehelichen, ist absolut pflichtwidrig. Ohne seine Schuld unverheiratet bleiben, ist ein großes Unglück; durch seine Schuld, eine große Schuld." s°) Jeb. 63, b. s. jer. Sota 1, 1. Fichte a. a. 0. 333. 31) Kethub. 62, 6. Nedar. 50, a. More Neb. 1, 34. 32־) Chag. 14, b. Berach. 57. Wajj. t. Abschn. 16. Hr. Dr. Fr. findet die Mischna Kethub 5, 8. essenisch (Matschr. 2, 37.) Allein der Schluß ואוכלת עמיו מל״ש לל״ש beweist, daß von Scheidung, von Tisch und Bett nicht die Rede ist; vergl. Kethub. 64, b. Wie R.,Scheschet findet auch Rab in den angeführten Worten einen Enfonismus (s. Jer. Kethub. 5,7, 11.) Der Leu Chan. V. 1860, 14