Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 224 (sequence 68)
- Language
- German
- Belongs to
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— 224 — wissenschaftlichen Forschung und Meditation leben könne, gab ihm der Schöpfer zur Besorgung der häuslichen Geschäfte das Weib als Gehilfin zur Seite 25)." Die ans dieser Theorie hervorgehende Prarts wurde in den letzten Jahrhunderten unter den Pilpulisten und Chaßtdäern so einheimisch, daß die Vorreden zahlreicher rabbinischer Werke die Gattinnen der bezüglichen Autoren ob der Selbstverleugnung preisen, die es denselben möglich machte, stch literärischer Beschäftigung zu widmen! Die Erziehung der Kinder nimmt in der Teleologie der Ehe von jeher einen hervorragenden Platz ein. Das Gebot des Dekalog's, Vater und Mutter zu ehren und die wiederholten Ermahnungen in den Sprüchen, die Lehren der Mutter zu Herzen zu nehmen * 2°), beweisen hinreichend, daß die israelitischen Frauen an der religiösen und fittlichen Kindererziehung thätigen Antheil nahmen. Der Thalmud spricht ste zwar von der Pflicht, die Kinder zu erziehen, los, er preist aber doch die Verdienste, welche stch fromme Mütter in dieser Rücksicht erwerben2^). Sehr originell und energisch hat man Fichte's Lehre von der Ehe gefunden; aber gerade für seine stärksten Aeußerungen können in der jüdischen Literatur Parallelstellen nachgewiesen werden. Fichte: ״Das ursprüngliche Bestreben des Menschen ist egoistisch: in der Ehe leitet ihn selbst die Natur, stch in Anderem zu vergessen; und die eheliche Verbindung. beider Geschlechter ist der einzige Weg, von Natur aus den Menschen zn veredeln. Die 25) So zuerst Leon de Bannolas^ (Thorakomm sä. n. Ven. 14, b.), dann Schemtob Jbn Schemtob (Drasch, sä. Von. 7, a.) Joel Jbn Schoeib (Olath Sabbath sä. Ven. 20, ä.) und Don Jsak Abravanel. Aus der thalmudischen Zeit ist nnr ein einziges hieher gehöriges Beispiel bekannt. R. Akiba's Sohn Josua stellte seiner Gattin bei der Ehelichung das Bedingniß, daß dieselbe ihn ernähren müsse, damit er im Staude sei, stch ungestört dem Gesetzesstudium zn widmen (Thos. Keth. 4, Jer. das. 5, 2.). 2 M. 20, 12. S M. 5, 16. 3 M. 19, 3. Spr. 1, 8. 6, 20. 23, 22. ”) M. Kidd. 1, 7. Naz. 29, a. Berach. 17, a. Um das Gespräch zwischen Rab und R. Chijja zu begreifen, muß man sich erinnern, daß Beide das Unglück hatten, von ihren- Frauen eben nicht sehr liebevoll behandelt zu werden. Jebam. 63, a. S, auch Schern, r. Abschn. 28.