Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 223 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
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— 223 — daß sie zwischen Mitgliedern einer Familie, mögen sie noch so spate Nachkommen ׳eines gemeinschaftlichen Stammvaters fein, immer fortdauerndst". Hier wird die Ehe als Ursprung, oder wie die Hegelianer sagen, als abstrakter Anfang des Familienlebens ausgefaßt. Ueberhaupt sind die gamologischen Elemente in den jüdischen Religionsquellen so mannigfaltig, daß die Forschung nicht verlegen zu sein braucht, fast für jede Theorie mehr oder minder feste An- Haltspunkte in denselben aufzufinden. Die gegenseitige Unterstützung oder Hilfeleistung (mutuuw uchjutorinln) wurde oft zum Range eines koordinirten Ehezweckes erhoben, was unmittelbar aus dem biblischen 1) עור כנגדו. M. 2, 18.) geflossen, und in dem Lied vom edlen Weibe (Spr. 31, 10—31.) lyrisch ausgemalt ist. In der nachbiblischen Zeit hat die Ansicht von der ehelichen Hilfeleistung, namentlich insoferne dieselbe die Gattin betrifft, Modifikationen erfahren, die den Geist der verschiedenen Geschichtsperioden treulich abspiegeln: ״Der Gatte schafft den Weizen herbei; kann ihm derselbe zur Nahrung dienen? Er bringt den Flachs in's Haus, kann er sich damit bekleiden? Das Weib ist's, das seine Augen erleuchtet, und ihn auf die Füße stellt. Mit Recht nennt man daher das Weib die Gehilfin des Mannes" 24)! So der Thalmud treu nach orientalischer Sitte. Diese Befchränkung aus ׳materielle Hilfe und Erleichterung war aber nicht geeignet, die Freunde der stlosofischen und theologischen Spekulation im Mittelalter zu befriedigen. Sie schrieben dem irdischen Löben mit seinen Gütern und Freuden eine viel zu untergeordnete Bedeutung zu, um die thalmudische Auffassung würdig zu finden des göttlichen Ausspruches: ״ich will ihm eine Hilfe machen!" Nein, sagen sie, nicht damit der Mann sein fistsches Dasein erleichtert fühle, sondern damit er seiner wahren Bestimmung, d. i. der More Neb. III. 49. *4) Jebam. 53, a. Die Worte werden dem Profeten Elias als Antwort in den Mund gelegt, welche er dem R. Jose ertheilt. I» Rücksicht auf das, was jer. Kethub. 11, 3. und Ber. r. Abschn. 17. von den häuslichen Verhältniffe» R. Jose's des Galiläer's erzählt wird; dürfte die Vermuthung gerechtfertiget sei», daß auch Jebam. a. a. O. R. Jose Ha-Gelili z» lesen sei.