Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 220 (sequence 64)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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220 — Htnzugefügt wurde: ״Ich will arbeiten und dich ehren, ernähren und versorgen, nach der Gewohnheit jüdischer Männer, die für ihre Frauen arbeiten und sie ehren, ernähren und versorgenin Redlichkeit." Solchergestalt wurde die vom ״Gesetze Mose's und Israels" geforderte Gestalt der Ehe den künftigen Ehegenossen bei der Eheschließung ausdrücklich in's Bewußtsein gerufen, so daß der Akt der Eheschließung die unzweideutige Erklärung umfaßte, daß die Gatten ihr gemeinsames Leben nach der Regel und Weise des Judenthums zu führen entschlossen sind. Außerdem wurde in späterer Zeit der Trau- und Eheschließungsakt mit einem rituellen Apparate umgeben, welcher den religiösen Charakter desselben hinlänglich beurkündete, und wodurch jeder Gedanke an die von Hegel getadelte, das ethische Moment der Ehe beeinträchtigende Analyse fern gehalten wurde. Aber auch abgesehen von diesen im Laufe der Zeit entstandenen Formalitäten, welche die gesetzliche Giltigkeit der Ehe- Bekanntlich bilden diese Worte auch den Schluß des Ehescheidungsbriefes. Die Thosafisten schließen sogar aus der Mischnah Jadajim 4, 8., daß dieselben schon im mischnischen Zeitalter in Scheidebriefen vorkamen (B. Bathra 162, a. vergl.' auch Aschen das.) Eine kritische Prüfung wird indeß dieser Schluß wol schwerlich bestehen können; vielmehr wird die von den Thos. verworfene Leseart השם (statt משה) zu rechtfertigen, und als die ursprüngliche anznsehen sein. Da die hasmonäischen Hohenpriester seit Joh. Hyrkan den Peruschim nicht für legitim gelten, ist der Name מושל genugsam erklärt. Die Sadduzäer, will die Mischnah berichte». warfen ihren Gegnern Feigheit vor. Ihr erkennet den Herrscher nicht als Hohenpriester an , sagten fie, und schreibet dennoch כהן לאל עליון! *— Die Kontroverse fand jedenfalls statt, bevor der Gottesname in bürgerlichen Urkunden weggelaffen wurde. Die Berufung auf Rösch Ha-Schana 18, d. ist mithiu von keinem Belange. In den Schulen der Geonim bildeten die Worte כדת מו״י jedoch den Schluß des Scheidebriefes, wie aus Halach. Gedol (6ä. Ven. 81, b.) und Alfaßi (Gitt. 190) erhellt. Auch Maimonides hat diesen Schluß (Gerusch. 4, 12.). In neuester Zeit hat Simon Bacher die Trennung von ״Mose" und ״Israel" auffallend gefunden, und בישראל vorgeschlagen (Jehojachin S. 166.). Allein das Waw ist aus allen angeführten Stellen kritisch gestchert. Die Trennung erklärt sich aus M. Kethub. 7, 6., wo das ausgezeichnete Gesetz als דת משה und die nichtgeschriebene Sitte als דת יהודית bezeichnet wird.