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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 219

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 219 (sequence 63)
Language
German
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— 219 Passus und überhaupt die enge Beziehung, in welche Savigny sein Plaidoyer für die Vertragstheorie zum Christenthume bringt, könnte leicht ans die Vermuthung führen, daß das jüdische Eherecht dem harten Tadel Hegel's gegen diese Theorie keine Rechtfertigung entgegen zu setzen habe. Bet näherer Prüfung wird sich jedoch die gänzliche Grundlosigkeit dieser Vermuthung klar Herausstellen. Savigny geht von der christlichen Tranungsprarts aus, nach welcher ein Geistlicher die Trauhandlung leitet und vermittelt. Und doch hat erst das Tridentintsche Konzil in der Erklärung des Konsenses der Brautleute vor Pfarrer und Zeugen eine spezifische Form der Eheschließung vorgeschrieben! Bei den Protestanten ist erst in späterer Zeit der Grundsatz, daß die Trauung ein wesentliches Moment sei, zn einem Grundsätze des Eherechtes geworden 16). Die jüdische Praxis bietet dem Raisonnement Savigny's einen viel günstigem Boden; denn schon in der herodäischen Zeit lautete die Trauungsformel, welche der Bräutigam an die Braut richtete: ״Sei me in Weib nach dem Gesetze Mose's und Israels ר״!" '6) Richter'» Kirchenrecht §§. 263—265. ״) Br. Fr. verlegt de» Zusatz כיח משה וישראל in das 12. Jahrhundert (S. LS. Anm. 4.) Dem ist aber nicht so; vielmehr ist die Formel uralt. Schon in den Zeiten Hillel's enthielt die Kcthuba die Worte: ההיי לי לאנתו כרת מדי (Thosiftha Kethub. Absch». 4.), oder nach einer andern vielleicht ursprünglichen Leseart: כרת משה ויהידאי (jer. Kethub. 4. 8.). Da nun der Ehevertrag beurkundet, der Verlobte habe s o zu seiner Verlobten gesprochen, so ist es historisch konstatirt, daß in den ersten thalmud. Zeiten die Eheschließungsformel angeführter Maßen gelautet hat: Wäre das höhere Alter des Buches Tobi gewiß, so könnte die in Rede stehende Formel als Amplifikation angesehen werden; denn Raguel spricht zn Tobia: l-koü xard tov ro/aov Mowöiia( x0fti£0v &-vTtjv (7, 13.). Bei Maimonides stehen die Worte: כרת מדי ebenfalls in dem Kethubaformulare, wie nicht minder in derChalizaurkunde, in welcher sie auch bei Alfaßi Vorkommen (Als. Jebam. 41, b. Maim. Jibbum Wa-Chal. 4, 30.). Bei Trauungen bedienen sich ihrer auch die Karäer, was ebenfalls auf orientalischen Ursprung hinweist. Nicht minder setzt Raschi zu Jebam: SV, d. den Ursprung der Formel aus der thalmudischen Zeit voraus; nnr die Thosafisten reden von einem späteren Ursprünge derselben (Kethub. 3, a. Gitt. 33, «.). Abraham V. Nathan Jbn Jarchi aus Lunel (1204) führt die heutige Formel in ihrem ganzen Umfange an (ha-Manhig S. 91. Nr. 104.). Jsak B. Abba Mare aus Marseille (1160) und David Abidurahim (1340) begleiten das כרת מדי mit verschiedene» Erklärungen,

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