Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 217 (sequence 61)
- Language
- German
- Belongs to
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217 — sei, so würde man sich des Ansdruckes ברית zur Bezeichnung des Ehebnndes ohne Zweifel öfters bedient haben; und da es in den 'biblischen Erzählungen und Gesetzen an Gelegenheit zur Anwendüng bes Ausdruckes in diesem Sinne nicht fehlte, würde auch -die Bibel den Ehebund mit ברית bezeichnen. Dies ist aber nicht der Fall. Auf den Ehebund angewendet, kommt ברית in der Bibel nur ein einziges Mal vor. Als nämlich die alte Profetie im Erlöschen, die Reflexion dagegen in der Zunahme begriffen war, sprach Male acht, die Verwerflichkeit leichtsinniger Eheschetdüngen motivirend: ״Der Ewige ist Zeuge zwischen dir und dem Weibe deiner Jugend, gegen welches du treulos warst, da es doch deine Gefährtin und das Weib deines Bundes ist 10)!" Diese Worte bilden nun für die Entwickelung des Ehebegriffes die Brücke aus der biblischen in die thalmndische Zeit. Eine Definition der Ehe, wie sie das römische Recht besitzt"), kennt zwar auch das thalmudische Recht nicht; aber das Abstraktum אישות, Ehe ist schon der Schule R. Akiba's geläufig 12). Auch 10) Die Berufung auf Gottes Zeugenschaft ist von altern und neuern Auslegern zu sehr premirt worden. Hieronymus bezieht dieselbe auf IM. 2, 24. Der Herr, sagt er, ist Zeuge zwischen Mann und Weib, indem Er sprach, daß der Mann Vater und Mutter verlasse, um an seinem Weibe zu hangen. Abravanel meint, die Zeugenschast beruhe aus den Eulogieen (ברכות), bte bei Trauungen gesprochen werden, und in denen Gottes Name zu wiederholten Malen angerufen wird. Der Biurist kömmt auf den noch seltsamern Eiusatt, daß die Ehebündniffe vor dem Altäre geschloffen wurden! Davon ist aber im jüdischen Alterthume ebensowenig eine Spur, als von einer Beschwörung des Ehevertrages, welche Winer (Art. Ehe) in die Worte Mateachi's hineinlegt, und die allerdings bei den Karäern üblich ist: הקי הארישה הם •חמשה ... י. המחר והעדים והברית וספר הברית והשבועה (Eschkol 11, 4.) Als Beweisstelle wird Ez. 16, 8. angeführt. S. Eschk. 12, a. 13, c.: .והכופר בשבועה ובבריתו של אשתו הוא חייב Nach dem einfachen Wortsinne ist hier nur von Gottes Allwissenheit im Allgemeinen die Rede. Die Berufung darauf soll dazu beitragen,׳ die hohe Wichtigkeit des Ehebnndes in ein Helles Licht treten zu lassen, 11) Dig. L. XXIII. tit. 2. De ritu nupt.: Nuptiae sunt conjunctio maris et feminae et consortium omnis vitae, divini et humani juris communicatio. S. Grundl. S. 6. 12) I. Jebam. 6. 5. Kidd. 1, 2. b. das. 18. a. 45, a. Jebam. 52, b. 59, b. und die Parallelst. Kidd. 4, b. Im 1. Abschnitte der Thosistha Kidd. ist der