Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 215 (sequence 59)
- Language
- German
- Belongs to
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— 215 — Wie in der Bibel so wird auch im Thalmud das Institut der Ehe nicht als mosaisch, sondern als allgemeinmenschlich äugesehen. Die alten Lehrer reden zwar viel von der geschlechtlichen Entartung der Heiden, und die Vorwürfe, die sie ihnen machen, finden im Leben selbst hochgebildeter Griechen ihre volle Rechtfertigung 6). Gleichwol stellen sie, von der Erfahrung belehrt, nicht in Abrede, daß auch die Heiden die Heiligkeit des Ehebundes anerkennen. Die Einsetzung der Ehe, lehren sie, ist der Schlußstein der Weltschöpfung 7); die Heilighaltung derselben gebietet 6) Ab. Zara 15, b. Maim. Jffure Bia 22, 5. vergl. damit die Nach- Weisung über die Hetärefi's bei Wachsm. §.116, Anm. 26. Mit der Mischnah Kidd. 4, 13. ließe sich das Gesetz Solon's vergleichen, nach welchem Vorsteher von Schulen und Gymnastarchen, welche Erwachsenen den Zutritt zu der Schuljugend erlaubten, gar mit dem Tode bedroht wurden (Wachsm. §. 104 Anm. 220.), Nach Gem. Kidd. 82, a. war das Laster in jüd. Kreisen unbekannt, während in der griech. Komödie Mancher damit bezüchtiget wird; z. B. Philoren bei'Aristof. Wespen 83., der Sohn Xenofanto's Wolken 346. Einen Kommentar zu Sabb. 62, b. ומחליפין נשותיהן liefest die Nachricht, daß Sokrates ehe seiner beiden Frauen, die Xantippe, dem Uleibiades geliehen habe. Denn, wenn auch Athenäus davon nichts weiß, und selbst die Bigamie des Sokrates als zweifelhaft betrachtet (XIII. 553, d.), und nur Tertullian (Apolog. 6. 39.) als Gewährsmann genannt werden kann, so zeigt doch schon die Sage, daß die Sache selbst nicht füp undenkbar gehalten wurde. Ja, in Sparta war die Mischung erlaubt, und nach Wachsmnth ״mag aus dieser zur Erreichung eines politischen Zweckes gestatteten Mischung der Ge- »offen verschiedener Ehepaare, die zur Abenteuerlichkeit ausgebildete unwüxdige Satzung Platon's von der Gemeinschaft der. Weiber und Kinder hervorgegangen sein, von der abermals wahrhaft monströse Sätze bei den Stoikern, namentlich Chrysippos, herkamen (Alterthnmsk. ß. 117. und Anm. 18.) Siehe übrigens auch Kidd. 81, b. ל M. Aboty 5, 1. Pefiktha r. (6ä. Breslau 1832.) Abschn. 21. Ber. r. Abschn. 17. Sohar III. 12, a. In Rückficht auf das יאמר) ist dies die richtige Auffassung der Mischnah; anders R. Ha-Schana 32, a. Meg. 21, a. und danach Maimonides und andere Mischnaherklärer. Dem neuesten Bearbeiter der Abotsprüche, Hrn. Dr. M eisel, war erstere für erbauliche Zwecke brauchbarere Erklärung nicht bekannt (Hom. 587.). Dr. Sachs (Gebetb. 1859. S. 267), meint gar: ״Zehn Ausdrücke werden Ln der Schöpfungsgeschichte gebraucht von dem Erschaffen: Gott ״schuft, ״machte" u. s. w.ü Ein Blick in die Bibel hätte Hrn. Dr. S. belehrt, daß diese zehn Ausdrücke nicht vorhanden find.