Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 213 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2542917-2543076-2543081--1436-2545147- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
— 213 — lichen Theil die absolute Heiligkeit der Ehe zu respekttren. Auf das Zeugniß alter Schriftsteller und Denkmäler gestützt, bezeugt auch die Egyptologie den Bestand des ehelichen Bündnisses bei den alten Egyptern; wer ein Weib verführte, erhielt Tausend Ruthenschläge und der Verführten wurde die Nase abgeschnitten 3)! Ebenso setzt die Thora die Heilighaltung der Ehe bei den Filtstäern voraus. Dem filistäischen Könige Abimelech, der Sarah zu sich genommen hatte, erscheint Gott im Traume der Nacht, und spricht zu ihm: ״Siehe, du stirbst wegen des Weibes, das du genommen; denn sie ist die Vermählte eines Gemahls!" — Abimelech sagt zu seiner Entschuldigung, daß Sarah für Abraham's Schwester gehalten worden sei, und macht Letzterem den Vorwurf: ״Was hast du uns gethan! Und was habe ich gegen dich verschuldet, daß du gebracht über mich und über mein Königreich eine große Verschuldung (1. M, 20, 3—9.)?" — Eine verwandte Erzählung aus Jsak's Leben bestätiget ebenfalls, daß die Ehe bei dem filistäischen Volke heilig gehalten wurde (das. 26, 9—11.). Bei den Völkern des biblischen Orients war also das Institut der Ehe einheimisch, und der Ehebruch von Seite der Gattin wurde allgemein als ein durch die Konnivenz des Gatten nicht zu milderndes Verbrechen angesehen. Von einem wilden, die Ehe nicht kennenden Zustande, und von der bei vielen Völkern Hinterasten's, Amerika's und Afrika's häufig vorkommenden Polyandrie^) findet sich in der biblischen Welt keine Spur. In der Bibel wird also das ethische Moment der Ehe nicht als mosaisch, sondern als urzeitlich, nicht als israelitisch, sottdern als allgemein menschlich hingestellt! Wenn die Verbote der Ehe in den nächsten - Graden der Verwandtschaft und der Verschwägerung in *i>er Thora mit den Worten etngeleitet werden: ״Gleich dem Thun des»׳ Landes Egypten... und des Landes Kanaan.... sollet ihr nicht thun"; und wenn am Schlüsse hinzugefügt wird, daß sich die Kanaaniter 3) Uhlemann, Egypt. Alterthumsk. Il-, §. 35. 05. Bergt. E. Ha-Ezer 177,5. Ende. <) Ritter: Erdk. I., 581. 595. Turner'« Gesandtschaftsreisen 395. Baillant's Reisen in'« Innere:von Afrika.