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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 211

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 211 (sequence 55)
Language
German
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Wir legen unseren Erörterungen Dr. Frankel'S Abhandluug zu Grunde. Indem wir über jede« einzelnen Punkt zuerst den berühmten Seminardtrektor sprechen lassen, versetzen wir den Leser in die Lage, den Standpunkt kennen zu lernen, ans welchem die Erforschung des jüdischen Eherechtes gegenwärtig in Deutschland steht. Unsere Bemerkungen, bet denen wir die geschichtliche Entwickelung stets vor Augen behalten, wollen nichts als ein Versuch sein, die Forschung in einzelnen Stücken weiter zu führen, und einer tiefem Einsicht in die fraglichen Spezialitäten den Weg zu bahnen. 1. Das Prinzip und der Begriff der Ehe. Davon geht Hr. vr. F. bei seiner. Untersuchung aus! ״Das mosaisch-thalmudische Prinzip der Ehe ist Sittlichkeit. Daraus ergibt sich, daß das mosaisch-thalmudische Eherecht weit davon entfernt ist, die Ehe auWließlich als Vertrag zu betrachten. Zwar kann es nicht umhin, das Eingehen der Ehe als Vertrag ayzusehen;... die eingegangene Ehe aber rückt aus dem Gebiete des Vertrages in die höhere, das Ganze des Menschen umspannende Sfäre der Sittlichkeit, vor der Willkühr und Einzelwille aufgeht (S. 5)." Auf diese Weise sucht der Hr. Verfasser die von Vielen hart getadelte, oder doch als prosaisch verschrieene Vertragstheorie mit. der höhern Würde nnd Weihe der Ehe in Einklang zu bringest: Indem die Gattest,sich,.ehelichen, schließen sie einen Vertrag, der sich von anderen Verträgen nicht wesentlich unterscheidet; ist aber die Ehe einmal geschlossen, dann wird die Erfüllung der übernommenen Pflichten ein unerläßliches Gebot der Sittlichkeit! Wir müssen jedoch zuvörderst bekennen, daß wir «sts mit dieser Distinktion, insofern dieselbe ans die Ehe allein beschränkt wird, nicht zu befreunden vermögen. Die Sittlichkeit gebietet nicht nur die Heilighaltung des ehelichen, sondern überhaupt die eines jeden Pertrages; sie fordert gewissenhafte Erfüllung jeder Zusage; sie dringt auf.Treue in Men Beziehungen ,und Verhältnissen deS Lebens! Die Bibel,schärft diese Tugend nicht nur mittMar,dadurch ein, daß sie -Gottes Treue und Wahrhaftigkeit tausend- 13*

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