Ben Chananja
- Journal
- Ben Chananja
- Volume
- 3 (1860)
- Issue
- 4-5 (1860)
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 208 (sequence 52)
- Language
- German
- Belongs to
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— 208 Im Interesse der Religion, sowie der Autonomie der Gemeinden, ist es daher Pflicht der Letzter«, sich mit den Rabbinaten zu vereinen, um bet der hohen Regierung, welche, den Willen unseres erhabenen Kaisers verwirklichend, so viele AuönahmSbestimmungen in Betreff unserer bürgerl. Stellung aufhob, die Uebertragung der Schulaufsicht auf die Rabbiner zu erwirken. Wir reden hier natürlich nur von der Schulaufsicht in erster Instanz. Die weitere Gipfelung kann und darf von den höheren Schulde- Hörden nicht getrennt werden; denn die israel. Schulen sind wol konfessionelle, aber nichts desto weniger auch staatliche Anstalten *)• Wir treten entschieden nur der Anschauung entgegen, welche sich damit begnügt, daß die kathol. Geistlichkeit dem religiösen Geiste der jüd. Schule keinen Eintrag thue. Wir können uns damit nicht begnügen. Die jüd. Schule bedarf einer positiven thatkrästigen Ein- Wirkung im Geiste des Judenthumö. Dazu ist wol der Rabbiner am besten geeignet und berufen. Ein prinzipielles Mißtrauen gegen die Rabbinate halten wir — frei herausgesagt — für einen •(**חלול השם Neuestes aus Sdjute, Synagoge uni) Literatur. t Pesth, E. Marz. Von Hrn. Mor. Blaß ist ein sehr niedlich ausgestattetes Lobgedicht auf unfern verehrten Hrn. Oberrabb. Dr. Meisel erschienen. Von dem Gefeierten selbst erscheint nächstens die Sabbat-Sachor-Draschah unter dem Titel: ״die drei Probleme." Diese Probleme sind: 1. Wie kam Laban auf den Gedanken, daß sich seine Therafim bei Jakob befänden? 2. Warum bückte sich Mardechai vor Haman nicht? 3. Warum petitionirte Esther nicht beim ersten Diner? — Der gelehrte Redner zieht auch eine bisher unbekannte Variante an's Tageslicht, nach wlcher Haman nicht von 10,000 Kikar, sondern von 10,000 Schekalim sprach. In zwei Anhängen vertheidigt Hr. D1\ M. die Nngiltigkeit der in seiner Abwesenheit geschloffenen Ehen coram foro interno und die Benennung ״Gottmensch", welche er in der Ki-Thiffa-Predigt unserem Lehrer Moses gab. ״ *) Wenn gleichwol katholische, protestantische und griechisch ׳nichtnnirte Schnlräthe in Aktivität sind , so sehen wir nicht ein, weshalb die ״Gipfelung" durch jüd. Schnlräthe beeinträchtiget wurde. Dieselben wären, wo die jüd. Bevölkerung zahlreich ist, ganz an ihrem Platze. Red. **) Ganz richtig. Daher muß es der Gemeinde frei stehen, ihren Nabbinen zum Schuldirektor zu wählen, und die Wahl zur Bestätigung zu unterbreiten. Red.