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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 201 (sequence 45)
Language
German
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— 201 Bei der warmen Theilnahme, deren sich dieses humane Unternehmen erfreut, steht zu erwarten, daß der Verein an Ausdehnung gewinnen, und mit reichern Mitteln versehen, mit der Zeit auch segensreicher zu wirken in der Lage sein wird. Nach Ablauf von Jahresfrist, werden wir das Gebühren und die Thätigkeit des Vereines, zur Erweckung edler Nachahmung, näher zur.Kenmniß zu bringen bemüht sein. y• Xvpppau, im März. Die hiesige israel. Kultttsgemeinde zählt nach ungefähr zwölfjährigem Bestände 40 Mitglieder; vier derselben sind Bürger der hiestgen Stadt. Der Rabbinats-Verweser, Hr. Leopold Singer, ist in Anerkennung seiner rühmlichen Leistungen zum Ehrenbürger ernannt worden. Die Gemeinde besitzt bereits eine schöne- Synagoge und eine Töchterschule. Nächstens soll eine Lehranstalt für Knaben eröffnet werden. Das Gymnasium wird von 12, die Realschule von 40 jüd. Schülern besucht, denen der Rabbinatsverweser Singer den Religionsunterricht ertheilt. C. v. PesLhev Briefe. IV. Der hiesige Verein zur Beförderung der Handwerke unter den Israeliten in Ungarn hat seit einem Jahre den leitenden Ausschuß verstärkt. Bei der Wahl der Ansschußmitglieder wurde mehr auf Intelliaenz als ans Reichthnm Rücksicht. genommen. Die Ertheilung des Unterrichtes im Zeichnen wurde dem Hrn. Prof. Kargel und einem Substituten, Hrn- Blnmberger, einem jungen, talentvollen Mann, übertragen. Die Zeichenschule besteht seit acht Monaten, und sollen die bereits erzielten Resultate, wie mir von glaubwürdiger Seite versichert wird, sehr überraschend sein. Die von einem Comitä ansgearbeiteten neuen Vereinsnormen sind vom Ausschüsse mit Auerkennung ausgenommen worden. Die Verwaltung ist in Sektionen getheilt, und die Zöglinge werden jede 14 Tage inspizirt. In Folge der neuen Gewerbegesetze wird es dem Vereine leichter werden, Zöglinge bei Meistern aller Gewerbszweige unterzubringen. Die bisherigen Schwierigkeiten bei der Freisprechung und bei Bewerbung um das Meisterrecht fallen nunmehr ganz weg. Aus der Grundbesitzsähigkeit dürste der Verein insoferne Nutzen ziehen, als er bestrebt sein wird, auch dem Ackerbaue Zöglinge zuzuführen. Ad vocem Grundbesitzsähigkeit habe ich zu melden, daß mehrere der nach Wien entsendeten Deputirten, die die Reise auf Kosten der Gemeinde machten, sich dem Vernehmen nach anschicken, die empfangenen Diäten in die Gemeindekaffe zurückzuzahlen, indem sie es nach reiflicher Ueberzeugung paffender finden, daß reiche oder wohlhabende Männer bei einer solchen Gelegenheit auf eigene Kosten reisen- Gewiß eine sehr richtige Ansicht.

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