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Ben Chananja · 1860-01-01 · 4-5 (1860) · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Ben Chananja
Volume
3 (1860)
Issue
4-5 (1860)
Date
1860-01-01
Page
Seite 200 (sequence 44)
Language
German
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— 200 — Schluß derselben bildete ein von dem Unterzeichneten verfaßtes Gebetchen für den Landesvater. Heinrich Burbaum, Senior der israel. Primär-Haupischule. Gaya, 2. März. Die durch die Gnade unseres Herrn und Kaisers den iüdischen Oesterreichern gewordene Befitzsähigkeit erfüllt alle Herzen der Juden Mährens mit Freude und Jubel. Der Jude hofft nun als Landmann, nicht mehr den Schwankungen und den Strömungen der Handelskonjekturcn ansgesetzt und preisgegeben zu sein, die auch einen nachtheiligen und verderblichen Einfluß auf seine Gesundheit und Konstitution ausübten; er hat nun den Weg eröffnet und augebahnt, als Landmann nach vollbrachtem Tagwerke freudig und sorgenlos auszuruhen, und vom Himmel den Segen und das Gedeihen zu erwarten. Das, was seine Mühe baut, des Himmels milder Segen thaut. Tausend Dinge, die im Handel und Wandel der Zufall gebiert, und des zum Handel verurtheilten Juden Gemüthsruhe störten, werden ihn nicht mehr fort und fort bedroh-en und stören müssen. Und wir werden eine Generation bekommen, deren Körper abgehärtet und stark sein wird, denen das im Schweiße des Angesichtes erarbeitete und erworbene Brod besser und süßer schmecken wird, als jetzt dem Reichen, der unter Spekulation, Sorgen, Geistesanstrengung genossene Leckerbissen. Gerade im Februar, in welchem Monate einst unsere dem Ackerbaue gewidmeten Ahnen die Sommerfrüchte aussäeten, beglückte uns das kaiserl. Wort mit dem gnadenreichen Rechte der Besitzfähigkeit. In Mähren gibt es zahlreiche Oekonomen, besonders in dem Gayaer Bezirke, deren Agrikultur allgemein gelobt und gerühmt wird, sie werden nun den bestellten Acker i h r nennen. Sie werden nunmehr mit verdoppelter Sorgfalt aussäen, und es wird noch von einem mannigfachen Ertrage die Rede sein. Der Weizen von jüdischer Hand gebaut, war ja einst von so vorzüglicher Güte, daß er im Auslande gesucht, und ein Hauptgegenstand des Handels mit dem Auslände, namentlich Tirus, war (Ezech. 27, 17.). Die Egyptier bereiteten aus der von jüdischer Hand gebauten Gerste, obgleich sie zum Brod für ärmere Leute (Richter 7, 13. 2 Köm. 4, 42.), und zur Viehfütterung (1 Köm. 4, 28.) gebraucht wurde' den sogenannten Gerstentrank («Wo? זיתלס), der den Deutschen den Rang der Biererfindung streitig macht. War auch der Boden Palästina's ein fetter und üppiger, so war doch auch die Sorgfalt der Agronomen ein wichtiger Faktor. Unsere christlichen Brüder, welche ihre Häuser oder Felder während der Zeit verkauft hatten, als die Juden besitzunfähig waren, bedauern nunmehr, nicht gewartet zu haben, da jetzt jeder Grund an Werth gestiegen. Alles stimmt aber ein in den Jubel der Juden. Dr. M. Duschak, Bez.-Rabb. 2. Szegedin, im März. Cs ist hier die Bildung eines Vereines im Werden, der sich die löbliche Aufgabe stellt, armen jüdischen Familienvätern die Erwerbung eines Gevatters zu erleichtern, die Gevatterschaftskosten aus Vereinsmitteln zu bestreiten, und überdies den betreffenden Wöchnerinnen einen gewissen Unterstützungs-Beitrag zufließen zu lassen,

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